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Bedeutung der Familie bei der Weitergabe des Glaubens

Dem heiligen Thomas von Aquin sei ein „großes Verlangen nach der Wahrheit“ in sein Herz gelegt gewesen, sagte Bischof Klaus Küng beim Gottesdienst zum Festtag des Kirchenlehrers in der Kapelle der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten. Dieses Verlangen in die Herzen der Studenten zu legen, sei heute auch die Aufgabe der Hochschule: „Die Erneuerungen in der Kirche kamen immer von einzelnen Menschen, die den Herrn im Herzen getragen haben.“
Gottes Wort stehe zwar über der Zeit, so der Bischof, sei jedoch auch etwas Gegenwärtiges: Jeder, der das Verlangen nach Gott im Herzen trage, mache Christus in den Familien, am Arbeitsplatz und in der Kirche gegenwärtig. „Mit uns und durch uns tritt Jesus an die Menschen heran.“ Um die Botschaft Gottes in der heutigen Zeit zu den Menschen zu bringen, sei die Familie unentbehrlich, betonte Küng. „Die Bemühungen der Religionslehrer und Seelsorger hängt vor allem von den Eltern der Kinder ab.“


Diplomarbeit über Erstkommunionpastoral


Die Bedeutung der Familien bei der Erstkommunionpastoral unterstrich Christoph Weiss, der im Rahmen eines Festvortrages in der Aula der Hochschule seine Diplomarbeit über Impulse des Dekrets „Quam singulari“ vorstellte. So sei die Möglichkeit der „privaten Erstkommunion“, bei der die Eltern ihre Kinder auf den Empfang des Sakramentes vorbereiten, heute fast vergessen. Der heilige Papst Pius X. regelte Streitigkeiten um das Erstkommunionsalter mit dem Dekret, das 1910 erschienen ist und acht Grundsätze für die Erstkommunionpastoral enthält, die bis heute gültig sind.


Dabei erweise sich Pius X. als „authentischer Interpret“ des 4. Laterankonzils, das bereits 1215 das „Unterscheidungsalter“ als Kriterium für den erstmaligen Empfang der Eucharistie nannte. Heute sei das Alter, in dem bei Kindern „die Vernunft erwacht“, bereits früher als in der 2. Volksschulklasse, wenn üblicherweise der Erstkommunionsunterricht beginnt, sagte Weiss. Sobald ein Kind zwischen Gut und Böse sowie zwischen gewöhnlichem Brot und der Eucharistie unterscheiden könne, sei es sowohl zur Beichte als auch zum Kommunionsempfang verpflichtet, so Weiss zu den gültigen Lehrdokumenten der Kirche.


Die „allgemeine Erstkommunion“ sei von Papst Pius X. ursprünglich nur als „soziales Netz der Kirche“ für diejenigen eingerichtet worden, die zu Hause keine entsprechende Katechese erhielten. Anlässlich des Jubiläumsjahres des Dekrets „Quam singulari“ wolle er, Weiss, auch auf die im Dokument enthaltene Verpflichtung zur „Weiterführung der Kinder“ nach der Erstkommunion hinweisen: „Die Entwicklung der Glaubenskenntnis und der Beichtpraxis muss konsequent fortgesetzt werden.“


Christoph Weiss stammt aus Ybbs, besuchte das Stiftsgymnasium Melk und studierte 2003 bis 2009 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten Fachtheologie und Religionspädagogik. Beide Studien konnte Weiss „summa cum laude“ abschließen. Seit 2009 ist er als Religionslehrer am BG Wieselburg tätig. Außerdem ist Weiss hauptamtlicher Leiter des Studios in Amstetten von „Radio Maria“ und Vertreter der „Legio Mariä“ im Pastoralrat.