600.000 Migranten leben derzeit in Österreich

Weltweit gibt es derzeit rund 200 Millionen Migranten, in Österreich sind es etwa 600.000, von denen 120.000 bereits hier geboren wurden. Diese Zahlen hat der Wiener Migrationsexperte August Gächter vom "Zentrum für soziale Innovation" (ZSI) am Wochenende bei einem Studientag des Ökumenischen Arbeitskreises Niederösterreich West im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten präsentiert. Zur Gruppe der Migranten zählten all jene Menschen, die nicht in jenem Land leben, in dem sie geboren wurden und die nicht die Staatsbürgerschaft jenes Landes besitzen, in dem sie leben.
Seit 1990 gebe es eine internationale Konvention zum Schutz aller Migranten und ihrer Familien, diese sei bislang aber von Österreich noch nicht unterzeichnet wurde, so Gächter.
Wie er weiter ausführte, würden immer mehr Migranten aus islamischen Ländern kommen. Dieses Faktum bedürfe einer konstruktiveren Auseinandersetzung mit dem Islam, als es derzeit der Fall sei.


Thomas Hennefeld, Landessuperintendent der evangelisch-reformierten Kirche in Österreich, betonte in seinen Ausführungen, dass die Kirche sich auch immer dort betroffen fühlen müsse, wo es um den Fremden gehe. Den Fremden zu achten sei eine wesentliche Forderung der Bibel. Ziel müsse es sein, dem Fremden in einer persönlichen Beziehung in gegenseitigem Respekt und in Freiheit zu begegnen, so Hennefeld.


Informationen über die Situation der verfolgten Christen in den Palästinensergebieten und deren Unterstützung durch den Ritterorden vom heiligen Grab in Jerusalem sowie eine ökumenische Andacht in der Kapelle des Bildungshauses rundeten den Studientag ab.


Im Ökumenischen Arbeitskreis Niederösterreich-West sind die altkatholische Kirche, die evangelisch-lutherische Kirche, die methodistische Kirche, die römisch-katholische Kirche und die serbisch-orthodoxe Kirche vertreten.