Zu einem gelingenden Advent können wir selbst beitragen

„Man kann sich einen ganzen Advent lang ärgern, was aus unserem Advent geworden ist. Aber man muss es nicht“. So Weihbischof Dr. Anton Leichtfried beim Adventgottesdienst vor Studenten und Professoren der kirchlichen pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems am 1. Dezember in der Pfarrkirche Krems – St. Paul. Der Weihbischof erinnerte daran, dass der Advent „in unseren Breiten eine dunkle Zeit“ sei. „Zu einem gelingenden Advent können wir aber selbst etwas beitragen“, sagte er. Es sei gut, dafür Hilfen anzunehmen, um sich so auf das Geschenk Weihnachten vorzubereiten.
Zur Einstimmung auf die begonnene Adventzeit wies der Fachinspektor für den Religionsunterricht Mag. Ernst Merkinger auf das Symbol des Kranzes hin, der auch im Adventkranz seinen Ausdruck findet.
Jugendliche der KPH schmückten am Beginn des Gottesdienstes den dürren Kranz aus Weinreben vor dem Altar mit grünen Zweigen. Sie seien ein Symbol der Hoffnung, wies Merkinger hin, und Jugendliche nannten all jene, die heute auf die Erfüllung ihrer Hoffnung warten. Dies seien etwa Kinder hin, die auf Zuwendung warten, Jugendliche, die auf Zukunft und Lebenschancen warten, Kranke, die auf Hilfe und Gesundheit warten, Deprimierte, die aufmunternde Worte brauchen, aber auch Hungernde, die auf Reis, Brot und Wasser warten, Gefangene, die auf Gerechtigkeit warten, Flüchtlinge, die einen sicheren Platz suchen und auch Einsame und Sterbende, die auf Erlösung warten und auf Menschen, die sich für sie Zeit nehmen.


Grüne Zweige - Zeichen der Hoffnung


Leichtfried kritisierte in seiner Predigt die übertriebenen Ansprüche wirtschaftlicher Interessen in der Adventzeit. Die Adventmärkte hätten die einstige Adventzeit bereits auf sechs Wochen ausgedehnt, sagte er. Es gebe aber auch Menschen, die im Advent nicht die Stille suchen, sondern eine Stille erleben, die für sie bereits erdrückend sei, wies Leichtfried auf die einsamen und allein gelassenen Menschen hin. Die grünen Zweige am Adventkranz sei nicht eine „Behübschung“ des Kranzes, sondern vielmehr Zeichen der Hoffnung und des Lebens, ergänzte er.
Letztlich gehe es im Advent um die Ankunft Christi, so Leichtfried. „Wenn wir auf ihn schauen, dann hoffen wir“. Auch im täglichen Leben sollen Menschen einander – symbolisch gesagt - „solch grüne Zweige“ schenken, indem sie etwa anderen Menschen in schwierigen Situationen helfen und beistehen.
„So können wir die Adventzeit sinnvoll nutzen, wenn wir die Hilfen annehmen, auf die uns der Adventkranz hinweist“, sagte der Weihbischof abschließend.