„Wo eure Schätze sind, ist auch euer Herz“

„Euer Herz wird dort sein, wo ihr eure Schätze habt“ – Dieser Satz aus dem Matthäusevangelium stand im Mittelpunkt des ersten Sozialpolitischen Abendgebetes der Betriebsseelsorge und Katholischen Arbeitnehmerbewegung im Meditationsraum der Hauptschule der Congregatio Jesu in St. Pölten zum Thema „Jesus und das Kapital“. Das Abendgebet sei “in seiner Art wie eine Jugendvesper“, so der Referent für Bibel und Liturgie, Dr. Markus Bostl. Es war zwar nur eine kleine Gruppe, die sich zu diesem Abendgebet einfand, dennoch regten die biblischen Impulse zu tieferen Überlegungen und Auseinandersetzung mit der heutigen Situation vieler Menschen in der Arbeitswelt an. Selbst solche mit sicherem Einkommen leben heute am Rande ihrer Existenz, meinte ein Teilnehmer des Abends. „Die aufgezeigten Bibelstellen sollen anregen, mit dem Geld etwas Gottgewolltes zu tun“, sagt Markus Bostl. „Wir stellen uns gegen den Neoliberalismus, der auf schrankenlosen Gelderwerb aus ist“.


Die Kerze am Boden flackerte zaghaft und die Ikone an der Wand strahlte gleichsam ihr Licht in den Raum. Einzelne Worte und Sätze der Bibelstelle waren auf Papier geschrieben: Neid und Habgier, Helle Erscheinung, Schätze bei Gott, Klares Auge.
Die Lesung aus der Bibel zeigte es auf: Habgier verfinstere das Herz des Menschen und verdunkle sein Inneres. Er sehne sich nach Licht. Und dann die Mahnung: Sammelt lieber Schätze bei Gott, die weder Rost noch Motten zerfressen können. Denn Neid und Gier erzeugen nur unsolidarisches Verhalten und schaffen Probleme. Sie können den Menschen und seine gesamte Umwelt verdunkeln.
Da stellt Bibel die Frage, was das Wichtigste im Leben sei.
KAB-Sekretär Erwin Burghofer fragte, was Jesus heute raten würde, wenn er Anlageberater wäre und gab selbst gleich die Antwort: „Jesus würde sagen, entscheide dich radikal für Gott und gegen den Mammon, trenn dich vom persönlichen Geldreichtum und gib es den Armen und schließlich: Steig aus von diesem Denken und Handeln, gib dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist“.