Wo das Christentum Weltkirche wurde

Es muss für den Apostel Paulus ein beschwerlicher und langer Weg gewesen sein, von Attalia aus seine erste Missionsreise anzutreten, die ihn bis Antiochien, Ikonium, Lystra und Derbe führte. Heute bewältigt diese Strecke ein moderner Reisebus in wenigen Stunden. Für die über 100 Pilger aus der Diözese St. Pölten ist es dennoch eine Herausforderung und ein Erlebnis, vom 18. bis 25. April den Spuren des Völkerapostels zu folgen, die Orte seines Wirkens zu sehen und zu erahnen, was diesen Mann so bewegt hat, sich ganz für die Sache Jesu einzusetzen.
„Hier ist der Ort, an dem der Anfang der weltweiten Christenheit begonnen hat“, sagte Bischof Klaus Küng beim Gottesdienst in der Pauluskirche von Konya, dem einstigen Ikonium. „Es ist auch heute eine Herausforderung, den Spuren des Apostels Paulus nachzugehen und sich dem auszusetzen, was in seinem und unserem Leben Bedeutung hat“. Er drückte den Wunsch aus, dass bei dieser Wallfahrt den Teilnehmern immer mehr auch die Tiefe des Glaubens bewusst werde.


Schon am Vortag hatte Antalya die Pilger mit einem sonnigen Frühsommertag empfangen. Der erste Besuch galt aber der Ausgrabungsstadt Perge, wo neben zahlreichen Resten römischer Bauten auch zwei hellenistische Stadttürme zu sehen sind, durch die einst auch Paulus die Stadt betreten hatte.


In den kommenden Tagen werden die Pilger auch Kappadokien mit über 300 Höhlenkirchen aus der byzantinischen Zeit besuchen, dann Tarsus, die Geburtsstadt des Apostels Paulus, und schließlich Myra, wo der heilige Nikolaus wirkte.