Weihwasser und Trinkwasser

Materielle und spirituelle Hilfe müssen stets Hand in Hand gehen, betonte der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke (Missio Austria), Msgr. Leo Maasburg, anlässlich der bevorstehenden Sammlung für "Priester aus 3 Kontinenten" am 6. Jänner. Am Dreikönigstag wird bei allen katholischen Gottesdiensten in Österreich für die Päpstlichen Missionswerke gesammelt. Mit dem gespendeten Geld wird die Priesterausbildung in den Ländern des "Südens" - in Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien - unterstützt.
Die Päpstlichen Missionswerke sind in mehr als 150 Ländern der Welt aktiv. Mit den weltweit durchgeführten Sammlungen werden mehr als 80.000 Seminaristen und Tausende Novizen auf ihrem Weg zum Priesteramt unterstützt. "Missio" sichere so die "spirituelle Grundversorgung" der Menschen in den Ländern des Südens, so Maasburg in einer Presseaussendung.


Die katholische Kirche habe den Menschen immer ganzheitlich gesehen, als Einheit von Leib, Geist und Seele, so der "Missio"-Nationaldirektor: "Neben den leiblichen müssen wir auch die seelischen Bedürfnisse und Nöte sehen. Materielle Hilfe allein sichert dem Menschen zwar das kurzfristige Überleben, gibt ihm aber noch keinen Lebenssinn. Seelsorger, Priester, sehen und helfen den Menschen ganzheitlich, mit Weihwasser und Trinkwasser sozusagen".


Während in Europa auf einen Priester 1.415 Katholiken kommen, beträgt dieses Verhältnis in Asien 1 zu 2.329, in Afrika 1 zu 4.741 und in Lateinamerika sogar 1 zu 7.083. Gerade dort wo es viel mehr Priester bräuchte und zahlreiche Berufungen vorhanden seien, fehle es oft an Geld und Ausbildungsmöglichkeiten für Priester, so Maasburg. So müssten vielerorts ernsthafte Bewerber abgewiesen werden.


Mit der Sammlung am 6. Jänner kann vielen Kandidaten eine fundierte theologische und pastorale Ausbildung ermöglicht werden. Seit 1923 wird am Dreikönigstag, dem kirchlichen Hochfest "Erscheinung des Herrn" (Epiphanie), weltweit für die Ausbildung von Priesteramtskandidaten gesammelt.


Aber schon früher, vor 120 Jahren, begann diese Aktion in Frankreich. Damals - 1889 - gründeten Stephanie und Jeanne Bigard in Caen (Normandie) das "Apostel Petrus-Werk". Sie reagierten auf die Bitte des damaligen Bischofs von Nagasaki, der die Ausbildung seiner Studenten nicht finanzieren konnte. Innerhalb weniger Jahre wurden Seminare in Indien, Ceylon, Vietnam, Korea und China unterstützt. 1922 nahm Papst Pius XI. das Werk unter päpstliche Schirmherrschaft.


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