„Weihnachten sagt: Du bist nicht alleine“

Bischof Klaus Küng feierte mit den Insassen der Justizanstalt Stein, mit dem Wachpersonal und Ehrengästen, unter ihnen die Kremser Bürgermeisterin Inge Rinke, am 22. Dezember einen Weihnachtsgottesdienst in der Anstaltskapelle. „Wir können unsere Fehler nicht rückgängig machen, doch es gibt Hoffnung: Gott schenkt Vergebung“, sagte Küng und fasste für die Gefangenen die Weihnachtsbotschaft zusammen: „Weihnachten sagt: Du bist nicht alleine.“ Mit dem Bischof konzelebrierten Abt Columban Luser vom Stift Göttweig und der ehemalige Pfarrer von Stein, Alois Strohmaier.
Zu Weihnachten gehe es darum zu erfahren, „dass wir mit unserem Leiden, unseren Problemen und unserem Leben nie alleine sind“, sagte Bischof Küng. Dabei seien nicht nur die Strafgefangenen angesprochen, betonte Küng, sondern alle brauchten die Botschaft des Weihnachtsevangeliums. Durch die Geburt Jesu werde es den Menschen möglich Gott zu begegnen und „ihn in unsere Arme zu nehmen“. Der Sohn Gottes werde „immer wieder geboren in den Herzen derer, die ihn aufnehmen“. So könne für alle Menschen Weihnachten werden, auch wenn es für einige „äußerlich nicht so aussieht“. Der verheißene Immanuel – „Gott ist mit uns“ – könne jedes Leben fruchtbar machen, so Küng.


„Schläge haben wir im Leben genug bekommen“, sagte der Rektor der Gefangenenseelsorge, Leszek Urbanowicz, doch wenn Jesus komme, sei „alles wieder gut“: „Wie als wir kleine Kinder waren und uns auf Weihnachten freuten.“ Rektor Urbanowicz bedankte sich bei der Katholischen Frauenbewegung, die wie jedes Jahr Weihnachtspäckchen für die Insassen zusammenstellte.
Anstaltsleiter Hofrat Christian Timm erklärte, dass Weihnachten auch in Justizanstalten eine besondere, aber auch schwierige Zeit sei: „Der Frage der Hoffnung kommt im Vollzug eine besondere Rolle zu.“ Timm unterstrich die Bedeutung der Nachbetreuung Haftentlassener durch die Emmaus-Gemeinschaft.