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Weihnachten – ein Fest von gewaltiger Weite

„Weihnachten hat eine unglaubliche Weite, bei der es um den Menschen und um die ganze Menschheit geht“, erklärte Propst Maximilian Fürnsinn bei einer besinnlichen Adventstunde vor Unternehmern am 11. Dezember im Stift Dürnstein. Fürnsinn stellte die Frage, was aus diesem Fest gemacht wurde – und er bedauerte, dass die Wirtschaft das Fest bereits fest in den Griff bekommen habe. „Weihnachten ist heute wie ein zu enger Rock geworden“, veranschaulicht Propst Fürnsinn seine Überlegungen. „Wir haben Schiurlaube und Familienfeste daraus gemacht“. Weihnachten hingegen habe „mit einem weiten Horizont“ zu tun. Man müsse wieder beginnen, "seinen Blickwinkel zu weiten und in den Weitblick Gottes hinein nehmen". Denn ohne Visionen und Träume sei noch nie Großes entstanden, unterstrich der Herzogenburger Propst.


Eine Ordensschwester aus Bethlehem und zeitgenössische Schriftsteller wie Peter Handke und Alexander Solschenizyn haben „adventliche Worte“ gefunden. Es seien Bilder, wie sie schon der Prophet Isaias in seinen Visionen verwendet habe, verglich Propst Fürnsinn.


Isaias habe von einer großen Völkerwallfahrt gesprochen. Propst Fürnsinn unterstrich, dass ein solcher Aufbruch zu Gott immer mit Frieden verbunden sei, wie ihn Isaias beschreibt. „Die Weisen aus dem Morgenland machten den Anfang, sie sind Spurensucher auf diesem Weg zum Frieden“. Auch Solschenizyn habe wie Isaias von einem trockenen Stamm gesprochen, aus dem neues Leben hervorbricht. „Es sind die gleichen Visionen“, unterstrich Fürnsinn. Es gelte, diese „Oasen unseres Lebens“, in der die göttliche Lebensquelle sprudelt und die jeder in sich trage, zu entdecken. „Bethlehem ist dort, wo Gott in uns zur Welt kommt“, betonte der Prost und ergänzte: „Die Menschwerdung Gottes in der Geschichte ist der Quantensprung der Menschheit schlechthin“.


Wenn wir heute eine Zukunft im Sinne des Propheten Isaias hätten, so Fürnsinn, würden „Palästinenser und Israelis, Russen und Tschetschenen, Araber und Amerikaner“ friedlich beisammen wohnen „und nicht maximaler Profit, sondern nachhaltiger Nutzen unser Handeln bestimmen“.