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„Verkündigung ist mehr als Werbung“

Die Bedeutung der Rolle der Laien bei der Neuevangelisierung unterstrich Diözesanbischof Klaus Küng bei einem öffentlichen Vortrag an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten. In einer zunehmend säkularisierten Welt sei es die Aufgabe der Laien, an den verschiedenen Orten in der Welt, „die die Stimme des Seelsorgers nicht erreichen kann“, „Licht und Salz“ zu sein.
Küng betonte, dass die Verkündigung nicht isoliert von einem Leben aus den Sakramenten gesehen werden dürfe: „Die Verkündigung der Frohbotschaft ist mehr als Werbung.“ Dazu gehöre weiters das Bemühen um eine christliche Lebensweise. Dies seien die drei Grundvoraussetzungen, damit das Laienapostolat „echte, bleibende Frucht“ bringen könne. Um Christus wirklich nachfolgen zu können, müsse „die Einheit des Lebens gepflegt, bewahrt und entfaltet“ werden, so Küng: Es dürfe keine Spaltung zwischen dem Glauben, den man bekennt, und dem täglichen Leben geben. „Wir leben eine Schizophrenie im spirituellen Sinn“, meinte der Bischof wörtlich dazu.


Die Säkularisierung sei gekennzeichnet durch ein „sittliches Auseinanderklaffen“ zwischen christlichem Glauben und gesellschaftlicher Realität. Ein Land könne jedoch nur dann wieder ein christliches werden, wenn die Menschen selbst christlich lebten, betonte Küng. Deswegen sei es „vor allem Aufgabe der Laien, dem Prozess der Säkularisierung entgegenzuwirken“. Der Ort für das apostolische Wirken der Laien könne „überall“ sein, erklärte Küng, die Möglichkeiten seien „unbegrenzt“. Dies setze jedoch voraus, „dass das Licht brennt und dass es immer wieder neu entzündet wird.“ Deswegen habe die theologische, spirituelle und menschliche Bildung der Laien „Priorität in unserer Zeit“, sagte Küng.


Sendung ist mit der Nachfolge Christi verbunden


Der Bischof unterstrich die enge Beziehung zwischen der Verkündigung der Frohbotschaft und den Sakramenten: „Die Gläubigen können nur dann Christus anderen bringen, wenn sie mit ihm verbunden sind, wenn sie ihn im Herzen tragen.“ Die Wirksamkeit der Weitergabe des Glaubens hänge von der „lebendigen und intensiven Teilnahme“ der Gläubigen am sakramentalen Leben ab. Auf der anderen Seite sollten auch jene Menschen, denen das Evangelium verkündet wird, zu den Sakramenten und einer christlichen Lebensweise hingeführt werden. „Dies stellt eine innere Notwendigkeit der Hinführung zu einem Leben in Verbundenheit mit Gott dar, denn ohne sie bliebe die Einführung in den Glauben unvollständig“, so Küng.


Die Sendung der Laien in die Welt sei „nicht durch die Umstände bewirkt“, erklärte Bischof Küng, „Die Welt empfängt eine Sendung, von Gott. Sie bringt sie nicht hervor und gestaltet sie nicht.“ Die Teilnahme an der Sendung der Kirche sei „untrennbar“ mit der Nachfolge Christi verbunden. Wer in der Verkündigung mitwirke, sei nicht nur „jemand, der von etwas Geschehenem berichtet“, so Küng, er nehme vielmehr aktiv teil an jener Wirklichkeit, die er verkünde – „nicht nur mit einzelnen Taten, sondern mit seiner ganzen Existenz“.


Der Vortrag im Wortlaut