Turmkreuz-Stecken in Weitra

Am Sonntag, dem 6. September wird das neu renovierte und vergoldete Turmkreuz der Pfarrkirche von Weitra im Rahmen des Pfarrfestes als krönender Abschluss der Gesamtrenovierung der Kirche und der Erneuerung des Turmhelmes wieder auf den Turm gesetzt. Das Kreuz ist 2,75 Meter hoch, der Querarm misst 1,85 Meter.
Im Inneren des Kreuzes kam bei der Renovierung auch die Schatulle mit Urkunden aus den Jahren 1778, 1878 und 1959 zum Vorschein, die von Umbauten und Erneuerungen des Kirchturmes berichten.
Der romanische Kern der Kirche wurde um 1200 errichtet und bestand aus dem Langhaus und dem Ostturm. In gotischer Zeit erfolgte schrittweise die Erweiterung der Kirche. Da nach den durchgeführten Erweiterungsbauten der ursprüngliche romanische Turm die neue Dachkonstruktion des Langhauses kaum mehr überragte, wurde er um 1505 erhöht und mit vier Ecktürmchen sowie einem hohen spitzen Helm bekrönt, wie auf alten Stichen zu sehen ist.


1778 erfolgte die nächste Umgestaltung. Die vier Ecktürme wurden entfernt. Um über den Fenstern die Turmuhr anbringen zu können, wurden durch eine Ziegelaufmauerung die Turmmauer um einen Meter erhöht. An Stelle des hohen gotischen Daches wurde ein mächtiger barocker Zwiebelhelm ausgesetzt.


1878, genau 100 Jahre nach seiner Errichtung wurde dieser Zwiebelhelm durch ein geknicktes Pyramidendach ersetzt. Bei dieser Neugestaltung wurden wesentliche Teile des alten Barockdachstuhles weiter verwendet.


Die bislang letzte Renovierung des etwa 20 Meter hohen Turmhelmes erfolgte 1959. Dabei wurden besonders schadhafte Stellen des Dachstuhles ersetzt. Im Wesentlichen blieb der historische Dachstuhl aber erhalten.


Vor einigen Jahren wurde festgestellt, dass der Dachstuhl starken Wurmbefall und andere Schäden aufwies, die durch den Sturm „Kyrill“ noch verschärft worden sind, sodass man sich entschloss, den gesamten Helm zu ersetzen.
Wie notwendig das war, zeigte sich bei der Demontage, als das Holzgerüst vor den Augen der interessierten Zuschauer zusammenbrach, als es den Boden berührte.