Süd-Sudan: Kirche arbeitet für Versöhnung und Frieden

„Die Kirche arbeitet an der Front für Versöhnung und Frieden im Süd-Sudan“, sagte der Bischof von Yei, Erkulanu Lodu Tombe, am Freitag, den 9. Oktober, in einem Gespräch mit „Missio“ auf der GLORIA-Kirchenmesse in St. Pölten. Bischof Tombe hät sich zurzeit in Österreich auf, um für den Aufbau seiner Diözese, besonders für die Errichtung einer Kirche in der Pfarre des „Heiligsten Herzens“ zu sammeln. Die mehrheitlich christliche Bevölkerung im Süden des Sudans war bis vor zehn Jahren in einen blutigen Bürgerkrieg mit dem muslimischen Norden des Landes verwickelt.
Der Krieg habe nicht nur Gebäude und die Infrastruktur, sondern vor allem menschliche Beziehungen zerstört, erklärte Bischof Tombe: „Nach 21 Jahren Krieg sind die Menschen geistig und im Herzen verletzt.“ Die Kirche im Süd-Sudan arbeite daran, zurVersöhnung beizutragen und „in die Herzen der Menschen das Licht der Hoffnung zu pflanzen“.


Der Krieg in Darfour sei erst nach dem Waffenstillstand mit dem Norden ausgebrochen und betreffe nicht die Situation in den christlichen Gebieten, so Tombe. Im Süden des Sudans herrsche „relativer Frieden“: Die Flüchtlinge kehrten wieder zurück, um an das Leben vor dem Krieg anzuknüpfen. Nach dem "Kampf der Waffen", herrsche nun der „Kampf des Wiederaufbaus“, so Tombe.


Es herrsche zwar keine Hungersnot, führte der Bischof von Yei, der jüngsten der neun Diözesen des Sudans, aus, es fehle jedoch an Schulen, medizinischen Einrichtungen, Trinkwasser und Straßen. „Alle Strukturen wurden zerstört, die Menschen müssen wieder bei den Fundamenten beginnen, um alles neu aufzubauen.“ Dafür fehlten jedoch die finanziellen Mittel. In Österreich ist Bischof Tombe nun auf „Fundraising-Tour“ für die Projekte seiner Diözese. Am Donnerstag traf er bereits mit Bischof Klaus Küng zusammen.


Foto:Bischof Erkulanu Lodu Tombe im Gespräch mit „Missio“; rechts Msgr. Leo Maasburg.