Sternsinger: Rekordergebnis trotz Krise

Der Wirtschaftskrise zum Trotz können sich die Sternsinger über ein Rekordergebnis ihrer Spendenaktion zugunsten Not leidender Menschen in den Entwicklungsländern freuen: „Die Österreicher lassen sich ihre Solidarität auch in schwierigen Zeiten nicht nehmen und haben die Sternsinger-Kassen mit sage und schreibe 13.851.060,69 Euro gefüllt“ und damit einen wichtigen Beitrag für eine „FAIRbesserte“ Welt geleistet, sagt Bettina Grießler von der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar. Die Ergebnisse in den Jahren 2008 und 2007 lagen bei 13,37 bzw. 13,31 Millionen Euro.
Auch in der Diözese St. Pölten waren wieder über 10.000 Sternsinger, sowie rund 3.000 erwachsene Begleitpersonen mit kräftiger Stimme dabei. Mit einer Spendensumme von € 1.244.862,52 tragen sie fast 9% zum großartigen Gesamtergebnis bei. Die Kinder freut besonders, „dass wir auch in unserem Alter schon etwas für die Menschen tun können, denen es nicht so gut geht wie uns!“, so eine fleißige Sternsingerin aus Klein-Pöchlarn. Einem Sternsinger aus Kaumberg macht es „ganz besonders Spaß, einer von so vielen Sternsingern in ganz Österreich zu sein“.


Mehr als 500 Hilfsprojekte in den Entwicklungsländern des „Südens“ werden mit den Spenden unterstützt. Dabei stehe Partnerschaft im Vordergrund, betont die Dreikönigsaktion: Die von der Jungschar geleistete „Hilfe unter gutem Stern“ gehe davon aus, dass Menschen ihre Probleme selbst lösen können, dabei jedoch finanzielle, rechtliche und auch mentale Unterstützung brauchen.
Eine der Initiativen, die der Dreikönigsaktion heuer ganz besonders am Herzen liegt, ist das Projekt „KlimaFAIRbessern“. Denn auch der Klimawandel sei eine Frage der Gerechtigkeit, betont Grießler: „Der Klimawandel trifft jene am härtesten, die ihn am wenigsten verursacht haben.“ Menschen in Entwicklungsländern litten bereits jetzt unter sich ausbreitenden Wüsten und Dürren, die die Ernten vernichten. Die Dreikönigsaktion unterstützt auch den Aktionstag der Klimakampagne, der am kommenden Sonntag, 29. März, in vielen Pfarren in ganz Österreich stattfindet.


„Beschämende Zurückhaltung“ des Staates


Pessimistischen Anfragen, was die 85.000 an der Sternsingeraktion beteiligten Kinder gegen die herrschenden globalen Bedrohungen schon ausrichten könnten, hält der Vorsitzende der Jungschar, Stefan Leitner, entgegen: „Unsere Sternsingerinnen und Sternsinger sind nicht allein: Sie sind Teil einer weltumspannenden Bewegung“, die sich „auf unspektakuläre, aber nachhaltige Weise“ für die Lebenschancen und Rechte Benachteiligter einsetzt.


Das erfolgreiche Engagement der Sternsinger stehe freilich im Widerspruch zur „beschämenden Zurückhaltung“ des österreichischen Staates im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit (EZA). Entgegen allen Versprechungen würden die öffentlichen Mittel in den nächsten Jahren zurückgehen, kritisiert die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar. Sie appelliert an die Bundesregierung, „nicht auf Kosten der Ärmsten der Armen zu sparen“. Gerade sie seien der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise schutzlos ausgeliefert. Das Ziel, bis 2015 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für EZA zur Verfügung zu stellen, um die weltweite Armut entscheidend zurückzudrängen, „darf nicht aufgegeben werden“, fordert die Jungschar.