Sternsinger „in den Startlöchern“

Die „Heiligen Drei Könige“ bringen auch heuer wieder vom 27. Dezember bis zum 6. Jänner die weihnachtlichen Segenswünsche zu allen Menschen im Land und pflegen so beliebtes Brauchtum. In der Diözese St. Pölten sind wieder 12.500 Kinder startbereit, um von Haus zu Haus zu ziehen und von der Geburt Jesu mit Gesang zu berichten. Rund 90.000 Kinder sind insgesamt in ganz Österreich unterwegs.
Die Sternsinger sind auch Botschafter der Humanität: Seit den Anfängen im Jahr 1954 haben sie insgesamt unglaubliche 285 Millionen Euro für Not leidende Mitmenschen in den Entwicklungsländern „ersungen“ und über 10.000 Hilfsprojekte finanziert. Im letzen Jahr hat die österreichische Bevölkerung 13,85 Millionen Euro gespendet. Damit ist die Sternsingeraktion die größte „Sammlung für Menschen in Ländern des Südens“ in Österreich und das viertgrößte österreichische Hilfswerk. Mit den Sternsingerspenden werden jedes Jahr 500 Hilfsprojekte in Afrika, Lateinamerika und Asien finanziert, über eine Million Menschen direkt unterstützt.


Projekt „Reeds“ im Schwerpunktland Indien


Eines dieser Projekte ist „Reeds“ (Research in Environment, Education and Development Society) im diesjährigen Schwerpunktland Indien, das „Reeds“-Direktor Reddy Satya Bhupal bei einer Pressekonferenz in Salzburg vorstellten: Große Baumwollfirmen in Südostindien würden die Armut der Bevölkerung für ihren Profit ausnützen, so Bhupal. 80 Prozent aller Mädchen in der Region Maddur Mandal müssten auf den Plantagen arbeiten, statt in die Schule zu gehen. Die schwere Arbeit und der massive Einsatz von Pestiziden führten zu gesundheitlichen Schäden. Zusätzlich werde durch zunehmende Dürre die Versorgung mit Wasser und Nahrung immer schwieriger.


„Reeds“ ermöglicht den Mädchen den Schulbesuch und eine berufliche Ausbildung und macht bei staatlichen Stellen und über die Öffentlichkeit Druck, die Kinderarbeit abzuschaffen. Bhupal verwies in diesem Zusammenhang auf die geltende UN-Kinderrechtskonvention: Das Recht auf Bildung, auf Gesundheit, auf soziale Sicherheit und auf einen angemessenen Lebensstandard sowie der Schutz vor Kinderarbeit und Ausbeutung jeglicher Art.


Durch „Reeds“ konnten bisher auch in 29 Dörfern 100 Selbsthilfe-Gruppen gegründet werden, die mit konkreten Maßnahmen die Ernährungs- und Gesundheitssituation vor Ort verbessern: Mit effizienter Regenwassernutzung, mit der Installation von Handpumpen für sauberes Trinkwasser, mit der Errichtung von Küchengärten und mit Know-how für verbesserte Hygiene. Besonders wichtig sei es auch, in den Dörfern das Bewusstsein für Bürgerrechte zu schaffen, und so den Staat nachdrücklich an seine Pflichten zu erinnern, betonte Bhupal.


Dreikönigsaktion