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Sr. Hildegard Teuschl nach schwerer Krankheit gestorben

Große Trauer herrscht in Österreich über den Tod von Sr. Hildegard Teuschl, die am Mittwoch nach schwerer Krankheit verstorben ist. Die Trauerfeierlichkeiten finden am Freitag, 27. Februar statt: Sr. Hildegard Teuschl CS wird um 12 Uhr auf dem Kalksburger Friedhof (1230 Wien, Zemlinskygasse) zu ihrer letzten Ruhestätte begleitet. Um 14 Uhr wird in der Lainzer Pfarrkirche (1130 Wien, Kardinal-König-Platz 2) das Requiem gefeiert.
Caritas-Präsident Franz Küberl würdigte Teuschl als "starke, tiefgläubige Frau, die Österreich wärmer und damit unendlich reicher gemacht hat". Durch ihre intensive und wertvolle Arbeit habe Teuschl die palliative Betreuung von sterbenden und chronisch kranken Menschen in Österreich etabliert und zu einem festen Bestandteil in der Sozial- und Gesundheitspolitik gemacht, so Küberl: "Von uns geht eine warmherzige Person, eine treue Begleiterin der Menschen und eine gute Freundin".


Begründerin der Hospizbewegung in Österreich


1987 kehrte Teuschl tief beeindruckt vom Besuch eines britischen Sterbehospizes nach Österreich zurück, zwei Jahre später organisierte sie das erste mobile Hospizteam in Wien. 1993 schließlich wurde sie zur Mitbegründerin des Dachverbandes "Hospiz Österreich", dessen Vorsitzende sie bis Ende 2007 war. Teuschl war zudem auch eine Pionierin des Sozialschulwesens in Österreich.


Mehr als 20 Jahre war Sr. Teuschl federführend in der Hospizbewegung in Österreich engagiert. Als sie 2008 anlässlich der Vorsitz-Übergabe von "Hospiz Österreich" an Waltraud Klasnic Bilanz zog, konnte sie auf mehr als 200 Einrichtungen verweisen, die bundesweit dem Dachverband angehören, davon 150 mobile Hospizdienste und 30 Hospiz- und Palliativstationen. 1.500 Angehörige medizinischer und pastoraler Berufe hatten bereits eine mehrsemestrige Zusatzausbildung in Palliative Care absolviert. Mehr als 3.000 Personen hatten Kurse in humaner Sterbebegleitung besucht und sich ehrenamtlich engagiert.


Ein letztlich nicht überbietbares Zeugnis für die Bedeutung menschlicher Zuwendung im Umgang mit Sterbenden legte Sr. Teuschl schließlich ab, als sie selbst an Krebs erkrankte. Der Rollenwechsel von der "Hospizfachfrau" zur betroffenen Patientin falle ihr nicht leicht, bekannte sie damals freimütig. Er verdeutliche ihr aber, "was für kranke Menschen wirklich zählt: Der mitmenschliche und wahrhaftige Umgang bedeutet mir wesentlich mehr als die neuesten Medikamente".


Der Gedanke an den nahen Tod schrecke sie nicht, bekräftigte Sr. Hildegard immer wieder. Sie hoffe nur, "dass ich am Ende die Kraft habe, mich bedingungslos – völlig frei von Angst – in die Liebe Gottes fallen zu lassen".


Sozial engagiertes Leben


Waltraud (Hildegard) Teuschl wurde am 3. August 1937 in Wien geboren, wo sie 1955 am "Sacre Coeur" die Reifeprüfung ablegte. Schon während ihres Lehramtsstudiums an der Universität Wien engagierte sie sich in der Hochschülerinnen-Kongregation der Jesuiten (Alte Burse) und arbeitete am Aufbau des Afro-Asiatischen Instituts mit. Während der Ungarnrevolution war sie im Bereich der Caritas und amerikanischen Care-Hilfe sozial tätig.


1962 trat Teuschl in die Schwesterngemeinschaft "Caritas Socialis" ein und nahm den Ordensnamen Hildegard an. Nach dem Noviziat war sie von 1964 bis 1966 im "Heim für schwererziehbare Mädchen" in Klosterneuburg tätig. Von 1966 bis 1998 leitete sie als Direktorin das Caritas-Ausbildungszentrum für Sozialberufe in der Seegasse. Anfang der 70er Jahre gründete sie die Fachschulen für Altendienste. 1978 initiierte sie "Lehrgänge für Behindertenarbeit" für Berufstätige, als Weiterentwicklung wurde im Jahr 1989 am Wiener Caritas-Ausbildungszentrum die "Lehranstalt für Heilpädagogische Berufe" gegründet.


1989 organisierte Teuschl das erste mobile Hospizteam in Wien. 1993 schließlich wurde sie zur Mitbegründerin des Dachverbandes "Hospiz Österreich", dessen Vorsitzende sie bis Ende 2007 war. Von 1994 bis 1998 hatte sie die Leitung des Entwicklungsprojekts "Fachhochschulstudiengang Sozialmanagement" inne. Sie war auch Mitbegründerin des ersten Interdisziplinären Palliativlehrgangs in Österreich (1998) und federführend an der Gründung der "Kardinal-König-Akademie" 1999 in Wien-Lainz beteiligt.


Für ihr vielfältiges Engagement erhielt Sr. Teuschl zahlreiche Auszeichnungen und Preise. 1998 wurde sie beispielsweise mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. 2006 erhielt Teuschl als Vorsitzende des Hospiz-Dachverbandes den "Felix Ermacora-Menschenrechtspreis". 2008 war sie erste Preisträgerin des Liese-Prokop-Preises.
(KAP)