„Sich besinnen, worauf es ankommt“




Bischof DDr. Klaus Küng hat am Montag, dem 9. Februar auf ORF Niederösterreich zur derzeitigen Situation in der katholischen Kirche Stellung bezogen. Man glaube nicht „wegen dem oder jenem, sondern wegen Jesus Christus“ sagte Bischof Küng. „Ich suche die Kirche, weil ich Gott suche“. In der Kirche gebe es natürlich Menschen, die auch ihre Fehler und Schwächen haben. Gerade das sei „eine Herausforderung, sich darauf zu besinnen, worauf es eigentlich ankommt“.


In der Diözese St. Pölten könnten sich die jüngsten Geschehnisse in der Kirche auch auf die Katholikenbewegung auswirken. An einzelnen Tagen liegt die Bekanntgabe von Austritten teilweise um bis zu 30 Prozent höher. Genauere Vergleichszahlen gibt es aber ebensowenig wie sich derzeit auch keine genaue Tendenz ablesen lasse. Dass dies zu einer neuen Austrittwelle führe, hofft der Bischof nicht. Er bittet die Gläubigen, sich die Dinge „gut zu überlegen“, denn Kirche sei das, was alle brauchen.


Zur Ernennung des neuen Weihbischofs in der Diözese Linz, sagte der Bischof, dass die aktuelle Ernennung eine große Herausforderung darstelle, sowohl für den neuen Weihbischof als auch für die Diözese Linz. Man brauche immer wieder die Auseinandersetzung im Guten, im Positiven, wies der Bischof hin. Polarisierungen habe es in der Geschichte der Kirche immer schon gegeben. Wichtig sei, dass man immer wieder auf das Wesentliche, das Eigentliche komme.


Zur Piusbruderschaft, die ihren Sitz auch in Jaidhof bei Gföhl hat, sagte der Bischof, dass er bisher keinen Kontakt habe. Die Aufhebung der Exkommunikation durch den Papst sei nur eine erste Voraussetzung, um einen Dialog zu beginnen, wies der Bischof hin. Für ihn sei klar, dass eine Versöhnung nur möglich sei, wenn die Piusbruderschaft auch die Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils anerkennen würde.


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