Priester sollen Gemeinschaft suchen

im Wortlaut


Anlässlich des von Papst Benedikt XVI. ausgerufenen Priesterjahres veröffentlichte Bischof Klaus Küng ein Hirtenwort an alle Priester der Diözese St. Pölten. „Das Priesteramt scheint einer Belastungsprobe ausgesetzt wie kaum zuvor in der Geschichte der Kirche“, schreibt der Bischof. Um den Herausforderungen besser begegnen zu können, empfiehlt Küng den Priestern, die Freundschaft und Gemeinschaft mit anderen Priestern in der Umgebung zu suchen und zu pflegen. Ebenso mit den „vielen Laien, die uns in der Kirche nach dem II. Vatikanischen Konzil mittragen“. „Ich bin davon überzeugt, dass wir – Bischof und Priester, Priester untereinander, Priester und Gläubige – in Zeiten wie diesen näher zusammenrücken sollen“, so Bischof Küng wörtlich.
Dass der Papst gerade Johannes-Maria Vianney, den heiligen Pfarrer von Ars, zum Begleiter für das Jahr des Priesters ausgewählt hat, sei „sicher kein Zufall“, schreibt Küng. Vianney, dessen 150. Todestag heuer begangen wird, habe „in einem winzigen Dorf ähnlich mancher unserer Kleinstpfarren“ gewirkt. So sei der Pfarrer von Ars ein Vorbild für unsere Tage: „Unter schwierigsten Verhältnissen in einem nach der französischen Revolution in jeder Hinsicht verwüsteten Land hat er, der unscheinbare Priester, eine Seelsorge entfaltet, die ganz Frankreich verändert hat.“


Würdige Liturgie als Schwerpunkt


Bischof Küng regt an, dass sich die Priester als persönlichen Schwerpunkt für das ganze Jahr die „möglichst würdige Feier der Liturgie“ vornehmen mögen. Auch sollten Orte, die von einem Priester gemeinsam betreut werden, öfter gemeinsam Gottesdienste abhalten, „um sie besonders gut und festlich zu gestalten“. Küng empfiehlt auch, die eucharistische Anbetung zu pflegen und die Möglichkeit zum Empfang des Bußsakramentes verstärkt anzubieten. Auch dabei könnten benachbarten Pfarren zusammenarbeiten.


Das Jahr des Priesters lade auch dazu ein, nach den Ursachen des Rückganges bei geistlichen Berufen zu suchen. Küng regt an, dass sich in jedem Pfarrgemeinderat eine oder mehrere Personen mit dem Bereich Berufungspastoral befassen könnten. Diese sollten um Berufungen beten und andere zum Gebet anregen, aber auch Initiativen vorschlagen, „die in der seelsorglichen Region bzw. im Dekanat bereits Bestehendes weiterführen und zur Entwicklung einer Jugend- und Berufungspastoral beitragen“, so Küng.


Eckpunkte des Priesterjahres


In den Pfarren soll das Jahr des Priesters am Herz Jesu-Fest, dem 19. Juni, eröffnet werden. Auf diözesaner Ebene bildet eine Festmesse im Dom zu Peter und Paul am 29. Juni den Auftakt. Obwohl heuer kein diözesaner Priesterkandidat geweiht wird, soll ein feierlicher Gottesdienst gehalten werden, „zu dem wir alle Priester, Diakone und Gläubige herzlich einladen und besonders herzlich die Priesterjubilare“, erklärt Küng.
Das Fest des hl. Pfarrers von Ars, der 4. August, soll auf Wunsch des Bischofs in diesem Jahr am Festtag selbst (oder am Sonntag davor oder danach) „besonders festlich“ begangen werden. Küng: „Es soll Anlass sein, um die Bedeutung des Priesters und die Rolle der Laien im Sinne des II. Vatikanischen Konzils neu darzulegen.“
Am 12. Oktober 2009 soll für alle Priester eine Wallfahrt nach Maria Taferl stattfinden.


im Wortlaut