Presseerklärung Sommervollversammlung der Österreichsichen Bischofskonferenz

Klärung in Rom und missionarischer Auftrag Die Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz dankt Papst Benedikt XVI. und seinen leitenden Mitarbeitern in der Römischen Kurie für den brüderlichen Dialog mit einer Bischofsdelegation unter Führung von Kardinal Christoph Schönborn. Der Heilige Vater hat damit eindringlich und behutsam gezeigt, was "Communio", kirchliche Gemeinschaft, bedeutet - auch im Verhältnis von Ortskirche und Weltkirche. Bei den vertrauensvollen Gesprächen mit dem Papst und seinen Mitarbeitern konnten Fragen und Irritationen um die dann wieder zurückgenommene Bischofsernennung von Gerhard Maria Wagner geklärt werden. Besonders aber hat Papst Benedikt XVI. die Kirche in Österreich eingeladen, den Glauben zu vertiefen und überzeugend weiterzugeben. Der Katechismus der Katholischen Kirche gibt dafür Orientierung.


Ohne Probleme wegreden zu wollen, soll sich die Kirche in Österreich nun in kontinuierlichem Einsatz ihrer zentralen Sendung zuwenden. In einer Zeit der großen Suchbewegung vieler Menschen, die sich nach Antwort auf die Grundfragen nach woher, wohin und wozu des Lebens sehnen, muss die Kirche im besten Sinn dieses Wortes wieder stärker missionarisch werden.


Um diesem Auftrag entsprechen zu können, braucht die Kirche unverzichtbar viele gute Priester. Das "Jahr des Priesters", das am 19. Juni beginnt, ist eine Einladung an die ganze Kirche, die Priester zu unterstützen und ein positives Klima für priesterliche Berufungen zu schaffen. Die Bischöfe erinnern in diesem Zusammenhang daran, dass es nicht hilfreich ist, sich auf die Frage der Zulassungsbedingungen zur Priesterweihe zu fixieren. Vielmehr geht es darum, hier und heute alles zu tun, damit junge - und auch ältere - Kandidaten ihre Berufung annehmen können.


Von ebenso großer Bedeutung ist der Einsatz der Laienchristen, die sich großzügig in vielen Bereichen des kirchlichen Lebens und besonders in den Pfarren engagieren. Die österreichischen Bischöfe laden Vertreter der Pfarrgemeinderäte zu einer großen Begegnung ein, die unter dem Motto "Wo Gott ist, da ist Zukunft" von 13. bis 15. Mai 2010 in Mariazell stattfinden wird. Sie soll einerseits den Dank an die rund 40.000 Frauen und Männer zum Ausdruck bringen, die sich in den Pfarrgemeinderäten engagieren, andererseits aber auch aufzeigen, wie sich der Dienst der Pfarrgemeinderäte im vertrauensvollen Miteinander von Priestern, Diakonen, Ordenschristen und Laienchristen weiterentwickeln kann.


Der Dienst der Pfarrgemeinderäte ist auch von großer Bedeutung für die gesamte Gesellschaft, gehören doch die Pfarren gerade in Zeiten der wirtschaftlichen Krise zu den wichtigsten Solidarnetzen in unserem Land.


Der Einsatz der Laienchristen beschränkt sich nicht auf den unmittelbaren kirchlichen Bereich. Mehr denn je ist in der Gesellschaft der Einsatz von überzeugten Christen notwendig, die in allen Bereichen - Familie, Beruf, Wirtschaft, Politik, Kultur, Öffentlichkeit - Zeugnis für ihren Glauben ablegen und sich für jene menschlichen Werte engagieren, die zutiefst aus dem Evangelium gespeist werden.


Die Gegenwart ist von vielfachen Krisen gekennzeichnet, hinter denen eine tiefgehende Sinnkrise steht. Umso mehr ist die Kirche entschlossen, einen geduldigen Dienst zur Überwindung dieser Krisen zu leisten.


In Mariazell versammelt, erinnern die Bischöfe in großer Dankbarkeit an den Mitteleuropäischen Katholikentag, der vor fünf Jahren hier stattgefunden hat. Sie erneuern die damals wie heute brennend aktuelle Aufforderung an die Christen: "Versteckt Euren Glauben nicht! Bleibt nicht am Rand des Weges in die gemeinsame Zukunft stehen! Geht mit, denkt mit, redet mit, arbeitet mit, sucht Allianzen mit allen Menschen guten Willens".


Diese Aufforderung wurde damals durch folgende sieben Bitten konkretisiert:


1. Den Menschen Christus zeigen
2. Beten lernen und beten lehren
3. Das Glaubenswissen vermehren und vertiefen
4. Christliche Zeichen setzen
5. Die Sonntagskultur bewahren
6. Leben schützen und entfalten
7. Die Solidarität in Europa und weltweit fördern


Diese sieben Bitten sind ein bleibender Auftrag für eine missionarische Kirche.