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Pfarren - Kraftwerke der Nächstenliebe und Solidarität

Seit über 50 Jahren führt die Caritas die traditionelle Haussammlung durch. „Viel Gutes ist bisher geschehen, viel Not wurde beseitigt“, sagte Caritasdirektor Friedrich Schuhböck bei einem Pressegespräch im NÖ Landhaus in St. Pölten zum Auftakt der diesjährigen Caritas-Haussammlung rückblickend und lud zur neuen Haussammlung 2009 ein. Diese wird vom 1. Juni bis 12. Juli in allen Pfarren der Diözesen Wien und St. Pölten in Niederösterreich durchgeführt. Eingehend auf das aktuelle Sujet - durchgelaufene Schuhe mit einem herzförmigen Loch in der Sohle - meinte Schuhböck in Hinblick auf die Arbeit der 8.000 ehrenamtlichen „Haussammler“: „Es ist für Christen angebracht Schuhe durchzutreten, um dem Nächsten zu helfen“.
Durch die Haussammlung werden einerseits „Menschen in Armut, Krisen und Not“ unterstützt, andererseits werde durch den Besuch in Wohnungen und Häusern „versteckte Not“ aufgespürt. Die Haussammler seien „Augen, Ohren und Hände christlicher Caritasarbeit“.


Ein Sozialstaat muss armutsfest und zukunftstauglich sein


Der Wiener Caritasdirektor Michael Landau wies hin, dass für immer mehr Menschen heute die Armut zur Realität werde. Die Caritas könne den Sozialstaat zwar nicht ersetzen, aber „letzter rettender Anker“ sein. Er bedauerte, dass die gesetzliche Regelung für eine soziale Mindestsicherung immer wieder hinausgeschoben würde und warnte vor jeder weiteren Verzögerung. Ein echter Sozialstaat müsse armutsfest und zukunftstauglich sein, betonte er. Trotz allem müsse es die Caritasarbeit geben, denn die Pfarrgemeinden seien „Kraftwerke der Nächstenliebe und Solidarität“.


Landesrat Johann Heuras verlangte immer mehr Anstrengung und Engagement, der Krise zu begegnen. In den vergangenen Jahren haben sich die Aufwendungen für den Gesundheits- und Sozialbereich des Landes von 35 Prozent auf 50 Prozent des gesamten Budgets erhöht, wies er hin. „Wir können nicht alle Probleme lösen, sondern sind auf Organisationen wie die Caritas mit ihren vielen ehrenamtlichen Helfern angewiesen“, unterstrich er.


Ermutigendes Zeichen gelebter Nächstenliebe


Der Einsatz der vielen Haussammler in den Pfarren und der Spender und Spenderinnen ermögliche es der Caritas, zahlreichen notleidenden Menschen zu helfen. Es gebe Unterstützung und Beratung, Hilfsangebote und finanzielle Überbrückungshilfen sowie konkrete Projekte für langzeitarbeitslose Menschen, für Obdachlose, für Familien in Not sowie für alte und pflegebedürftige Personen, für Menschen mit Behinderung oder auch in der Hospizarbeit. Gerade in der derzeitigen Krisensituation sei die Haussammlung der Caritas ein „starkes und ermutigendes Zeichen gelebter Nächstenliebe“, unterstrich Landau.