NÖ Landesausstellung erstmals grenzübergreifend

Eine Ausstellung – zwei Länder – drei Orte. Mit der NÖ Landesaustellung „Österreich.Tschechien. geteilt – getrennt – vereint“ findet erstmals seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren eine grenzübergreifende Landesausstellung mit der Nachbarregion Vysocina in Tschechien statt. Und zwar in den Orten Horn, Raabs und Telc. Die Niederösterreichische Landesausstellung 2009 ist bis 1. November geöffnet und wird im Kunsthaus Horn, im Pfarrhof Raabs und im Schloss Telc gezeigt. „Die drei Orte müssen zusammen gesehen werden“, erklärte Kurator Univ. Prof. Dr. Stefan Karner, Leiter des Ludwig Boltzmann Institutes, bei der Ausstellungseröffnung. „Horn ist gleichsam der Appetitanreißer, in Raabs geht es in die Tiefe und in Telc stehten Kunst und Kultur – gleichsam das „just for fun“ im Vordergrund“. Die gemeinsame und jahrhundertelange Geschichte beider Länder – Österreich und Tschechien – steht im Mittelpunkt; vor allem aber die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ereignisse im 20 Jahrhundert bis zur Gegenwart.


In Horn wird die wechselhafte politische Geschichte gegenwärtig. Eine Nachbildung der Wenzelskrone ist ebenso zu sehen wie die Goldene Bulle oder auch der Betschemel Kaiser Karl. Die politischen Gräben der Zwischenkriegszeit, die NS-Herrschaft, die Benesch-Dekrete, der Wiederaufbau, der Österreichische Staatsvertrag 1955, der Kalte Krieg mit dem „Eisernen Vorhang“ und schließlich der „Prager Frühling“ 1968 werden in Darstellungen und Erinnerungen wach wie auch die Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ vor 20 Jahren.


Grenzen – dieses Thema wird im Pfarrhof Raabs, dem sogenannten „Lindehof“ behandelt. Schon auf dem Weg vom Parkplatz zu diesem mächtigen Vierkanter steht ein Stück Nachbildung des Stacheldrahtzaunes, ein Wachturm und ein wuchtiger Grenzbalken. Grenzen in den Köpfen sind vielschichtig, verwurzelt in Vorurteilen, Symbolen und Ideologien. Zugleich zeigt die Schau die Versuche zur Überwindung des Trennenden. Von Fluchtversuchen durch den Eisernen Vorhand, die Bemühungen zum Brückenschlag über die Barrieren hinweg, die Aufnahme zehntausender Flüchtlinge bis zur konkreten Zusammenarbeit in vielen Bereichen heute.


Im malerischen Renaissance-Schloss von Telc werden die Beziehungen zwischen Österreich und Tschechien in Kunst und Kultur in Ausschnitten gezeigt: von der Musik über die Literatur bis zur Alltagskultur.


Die Landesausstellung ist in den Orten Horn, Raabs und Telc bis 1. November täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
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