Niederösterreicherin im Volontariatseinsatz in Georgien

Österreichische und belgische VolontärInnen unterstützten unter der Leitung der Don Bosco Schwestern von 5.-30. Juli Kinder und Jugendliche in Georgien. Unter den fünf Teilnehmerinnen aus Österreich war auch Steffi Maurer aus St. Peter in der Au. Ziel des internationalen Einsatzes in den Bergdörfern Turc´ch und Khizabavra war die Partnerschaft mit den Don Bosco Schwestern in Georgien. Die Ausbildung junger Georgier zu Animatoren für die offene Kinderarbeit in Pfarren stand im Mittelpunkt. Sr. Renate Schobesberger FMA von den Don Bosco Schwestern ist in Österreich für den Freiwilligendienst VIDES verantwortlich und setzt sich für das Projekt ein: „Wir wollen die Lebenssituation der Jugendlichen in Osteuropa besser kennen und verstehen lernen. Es ist für uns wichtig, dass wir vor Ort mit den jungen Menschen ins Gespräch kommen. Ich bin stolz, dass wir Österreicher bereits zum dritten Mal nach Georgien gefahren sind, um Kindern und Jugendlichen in Osteuropa solidarisch und sozial engagiert zu begegnen.“


So haben die Volontärinnen ihren Einsatz erlebt:


„Offen, freundlich und zufrieden.
Nach einer langen, anstrengenden Reise sind wir endlich in Turc’ch angekommen. Menschen standen vor ihren Häusern um uns zu winken und willkommen zu heißen. Dieses kleine Dorf und seine Bevölkerung auf der Hochebene in Georgien sollten uns in nur zehn Tagen richtig ans Herz wachsen.
Die Tage unterlagen einem geordneten Rhythmus. Nach dem Frühstück und den kleineren Putzeinheiten kamen schon die Kinder aus dem Dorf und wir spielten, bastelten oder unternahmen kleine Wanderungen in die nähere Umgebung mit ihnen. Auch am Nachmittag widmeten wir uns wieder den Kindern, die uns mit Blumen überhäuften. Die Abende konnten wir meist frei gestalten, so plauderten wir oft mit den Jugendlichen aus Turc’ch, tanzten oder spielten Volleyball mit ihnen. An einem Abend bekamen wir Besuch von den Müttern, mit denen wir durch die Hilfe der Schwestern ins Gespräch kamen. Einblick in das Familienleben erhielten wir durch unsere Besuche in den verschiedenen Häusern, wo wir von der Gastfreundschaft fast erdrückt wurden. Die Messe am Sonntag unterschied sich von den Gottesdiensten, wie wir sie gewöhnt sind.
Der Abschied von Turc’ch ist uns allen sehr schwer gefallen, da wir uns in diesem kleinen, abgeschiedenen Dorf schon fast wie zu Hause fühlten. Es war sehr interessant die andere Kultur hautnah mitzuerleben. Vor allem aber haben wir so viele Menschen kennen gelernt, deren Offenheit, Freundlichkeit und Zufriedenheit uns sehr beeindruckt haben.
Am Freitag, dem 17. Juli, ging unser Abenteuer weiter. Mit einer „Maschrutka“ – einem Kleinbus - machten wir uns auf den Weg in das Gebirgsdorf Khizabavra in 1.400 m Höhe. Die Georgier Inna, Gayla und Dima hatten im Sommer zuvor bereits den Kurs für Animateure besucht und ein Jahr lang, Nachmittagsbetreuung für Kinder angeboten. Diesen Sommer sollten sie zusammen mit uns diesen Kurs leiten. Hier sollten wir unsere Erfahrungen weitergeben. Das Ziel der Don Bosco Schwestern ist es, in jeder der 15 katholischen Pfarre in Georgien ein von Jugendlichen geführtes „Oratorium“ (Spielhof) für Kinder einzurichten. Insgesamt 24 Buschen und Mädchen kamen zu dieser Ausbildungswoche.
Die folgenden Tage waren fest strukturiert. Um 9 Uhr trafen wir uns zum Frühstück und um 10 Uhr zur kurzen Meditation. Danach ging es gleich weiter mit dem theoretischen Teil zu den Themen Teambildung, interkulturelles Arbeiten, Animation, etc. Am Nachmittag war das Oratorium für die Kinder geöffnet. Das Abendprogramm bestand aus einer Rückschau und dem für Don Bosco typischen „Gute-Nacht-Wort“ - einem guten Gedanken zum Abschluss des Tages.“


 


VIDES ist eine gemeinnützige weltweite Organisation in 31 Ländern, initiiert von den Don Bosco Schwestern. VIDES bietet Interessierten die Möglichkeit, zwischen zwei Monaten und einem Jahr in einem Projekt der Don Bosco Schwestern im Ausland mitzuarbeiten. Der Freiwilligeneinsatz ist unbezahlt, Quartier und Verpflegung werden gestellt. Zumeist werden örtliche Kinder- und Jugendprojekte betreut.
Der nächste Volontariatstag findet am 22. November 2009 in Salzburg statt.


Näheres auf der Homepage


 


Foto: Die Volontärinnen in ihrem Einsatzort. Stephanie Maurer ist 1 von links in der 1. Reihe.