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„Nicht nur Almosen verteilen, sondern Veränderungen einfordern“

Auf die Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise geht Diözesanbischof DDr. Klaus Küng in einem Bischofswort zum „Tag der Arbeit“ ein. Gegenüber einem Wirtschaftssystem, das Ressourcen ausbeute und Gewinnmaximierung als Ziel habe, fordere die Katholische Soziallehre einen anderen Weg, schreibt Küng: eine „verstärkte Solidarität“, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht.


im Wortlaut
„Es ist unser Auftrag als Kirche, nicht nur Almosen zu verteilen, sondern von den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen jene Strukturen einzufordern, die dem Geist der Schöpfung und des Evangeliums entsprechen“, betont Bischof Küng in seinem Schreiben. „Es ist unsere Aufgabe, auch selbst daran mitzuwirken, dass alle Menschen in Freiheit und Frieden den Lobpreis Gottes singen können.“ Alle Gläubigen seien aufgefordert, an den zahlreichen sozialen und caritativen Initiativen der Diözese und der einzelnen Pfarrgemeinden mitzuwirken. „Wir dürfen in unseren Bemühungen nicht nachlassen“, so Küng.


Der Bischof macht besonders auf die „prekäre Lage“ sozial Schwacher aufmerksam, die als erste die Kürzung von Sozialleistungen zu spüren bekommen. Der „enorme Druck“ des Wirtschaftlebens habe auch Unzufriedenheit im Beruf, Stress und zunehmende seelische Belastungen für den Einzelnen sowie für die gesamte Familie zur Folge. Besonders für junge Menschen sei es angesichts der rasant steigenden Jugendarbeitslosigkeit „bitter, von der Gesellschaft erfahren zu müssen, nicht gebraucht zu werden“, gibt Küng zu bedenken.
Der Bischof kritisiert auch die Praxis mancher Betriebe, die schwierige wirtschaftliche Situation auszunutzen, „um Profite zu erlangen und auf Kosten tausender arbeitender Menschen den Aktionären fette Gewinne auszuzahlen“.


Bischof Küng nimmt am 30. April, dem „Tag der Arbeitslosen“, um 18 Uhr an einer Podiumsdiskussion der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Bildungshaus St. Hippolyt teil. Die Veranstaltung zum Thema „Ist der Mensch für die Arbeit da oder die Arbeit für den Menschen?“ beginnt um 16 Uhr mit einem Referat vom Direktor der Katholischen Sozialakademie Österreichs, Dr. Markus Schlagnitweit.


Bischofswort