Nikolaus
 
 

Morgengedanken in Radio NÖ - 2009

Sonntag, 8. November


„Wenn Ihr betet, sollt Ihr nicht plappern.“
„Sollt Ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, dass sie nur erhört werden, wenn sie viele Worte machen.“
Als Christen dürfen wir ganz einfach beten. Ohne Schnörksel, nicht magisch an eine Formel gebunden, ohne lange Vorreden.
Familiär und schlicht.
Das Vater unser haben wir von Jesus. Wie oft beten wir es gedankenlos. Sagen es nur auf. Jesus betet vor, wie und worum wir beten sollen.
Und es ist ein Gebetsformular: das heißt, ich muss es ausfüllen: mit meinem Namen, mit dem heutigen Datum, damit es wirklich mein Gebet wird.
Das Vater unser lebt vom Vertrauen zu Gott.
Heute das Vater unser beten: für mich selber.
Und: für welchen Menschen bete ich heute besonders?!


Montag, 9. November


Wer bin ich? Was bin ich? Ausgeliefert einem blinden Schicksal? Dem Zufall überlassen? Geld regiert die Welt! – Und wenn ich zu wenig Geld habe? Was ist die Wahrheit meines Lebens, was der harte Kern, was bleibt einmal von mir?
Als Christen sind wir überzeugt: Ich verdanke mein Leben nicht nur meinen biologischen Eltern. Dass ich lebe, verdanke ich einer Entscheidung Gottes. Gott will, dass ich lebe, deshalb gibt es mich.
Gott ist Ursprung, Ziel und Mitte meines Lebens.
Der Glaube macht mein Leben weit und tief und hell.
Und das gilt nicht nur für mich: Gott ist der Vater aller Menschen.
Das Vater unser lebt von einem großen Vertrauen: Gott will, dass ich lebe.
Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name.
Heute das Vater unser beten: für mich selber.
Und: für welchen Menschen bete ich heute besonders?!


Dienstag, 10. November


„Dein Reich komme!“ So beten wir im Vater unser.
Dein Reich: der Bereich, wo Du, Gott das Sagen hast, wo es so zugeht, wie Du es willst! Wo jeder Mensch seinen Platz und seine Anerkennung hat und seinen Beitrag leistet. Wo Gerechtigkeit und Barmherzigkeit herrschen – nur Du Gott wirst jedem Menschen ganz gerecht.
Unsere Aufgabe: dass die Welt im Großen wie im Kleinen immer mehr zum Reich Gottes wird: in der Familie und in der Verwandtschaft, im Betrieb und in der Schule. Nicht nur für die, die es sich richten können!
Das Vater unser lebt vom Vertrauen: ja, es gibt Gerechtigkeit, einmal wird es Gerechtigkeit für alle geben.
Dein Reich komme!
Heute das Vater unser beten: für mich selber.
Und: für welchen Menschen und für welche Situation bete ich heute besonders?!


Mittwoch, 11. November


Es gibt Momente im Leben, da sagen wir: „Ein Stück Himmel auf Erden!“ Es gibt Menschen, da können wir nur sagen: der oder die ist wie ein Engel!
Möglichst viel und möglichst oft Himmel auf Erden und Engel auf Erden: das möchte Gott für uns!
„Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.“
Ein Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, alle Menschen halten sich an die 10 Gebote. Ganze Berufszweige würden aussterben. Wir brauchen die Haustür nicht mehr zusperren: keiner bricht ein! Wir brauchen keine Rechtsanwälte: jeder sagt die Wahrheit! - Und so weiter …: ein gewaltiger pulsierender Raum des Vertrauens!!
Das Vater unser lebt von einem großen Vertrauen: Gott meint es unendlich gut mit mir! Gott will das Beste für mein Leben und das meiner liebsten Mitmenschen. Was kann mir Besseres geschehen, als dass wirklich wird, was Gott für mich will!
Heute das Vater unser beten: für mich selber.
Und: für welchen Menschen bete ich heute besonders?!


Donnerstag, 12. November


Die meisten bei uns leben im Überfluss. „Unser tägliches Brot gib uns heute“: das beten wir doch nicht wirklich!
Für Millionen von Menschen ist das die wichtigste Bitte am heutigen Tag: die Nahrung zum Überleben, heute!
Das muss uns zu denken geben beim Beten.
Gott, gib mir das, was ich heute zum Leben brauche: Gesundheit, ein gutes Wort, Anerkennung, Helfen können. Und gib das nicht nur mir, sondern allen Menschen, mit denen ich zusammen lebe. Und nicht gleich für die nächsten 10 Jahre, sondern: heute!
Das Vater unser lebt von einem großen Vertrauen. Gott, Du sorgst für mich.
Heute das Vater unser beten: für mich selber.
Und: für welche Menschen bete ich heute besonders?!


Freitag, 13. November


Im Vater unser folgt die Bitte um Vergebung auf die Bitte um das tägliche Brot. So wie wir jeden Tag etwas zum Essen brauchen, leben wir jeden Tag von der Vergebung.
Wo Menschen zusammenleben, gibt es immer auch Reibereien, Missverständnisse, Fehler. Wo gehobelt wird, fallen Späne.
Fehler und Vergebung ist nicht ein Thema, das uns ein oder zweimal im Leben betrifft, sondern jeden Tag.
Wir sind unaufmerksam, grantig, unfreundlich, gereizt, gestresst, verschlafen usw.
Christen sind nicht Menschen, die keine Fehler machen, sondern die das wissen und zugeben: die um Vergebung bitten können und anderen vergeben.
Wir leben jeden Tag von der Vergebung. Selig die Menschen, die vergeben können: so wachsen wir zusammen!
Das Vater unser lebt von einem großen Vertrauen. Gott, Du kennst mich, Du vergibst mir!
Heute das Vater unser beten: für mich selber.
Und: für welchen Menschen bete ich heute besonders?!


Samstag, 14. November


Die Welt ist nicht nur lieb und schön und gut.
Im Laufe der Geschichte hat es abscheuliche Gräueltaten unter den Menschen gegeben! In uns selber steckt Gutes und Schlechtes. Wir sind nicht einfach nur gut und lieb!
Die Bitte an Gott: Gib, dass sich der gute Kern in mir durchsetzt und nicht meine Schattenseiten! Hilf den Menschen, die durch ihre Herkunft, Kindheit und Geschichte einen schweren Rucksack zu tragen haben!
Lass nicht zu, dass ich oberflächlich dahinlebe, sondern Sinn und Ziel meines Lebens entdecke und verwirkliche.
Oder mit den Worten des Vater unsers: Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen!
Das Vater unser lebt von einem großen Vertrauen. Gott, Du weißt um mich. Bewahre mich vor den eigenen Abgründen und führe mich auf dem geraden und guten Weg des Lebens.
Heute das Vater unser beten: für mich selber.
Und: welcher Mensch betet heute für mich?!