Maria Taferl: Sanierung der Basilika in der Endphase

„Wenn eine Kirche renoviert wird, dann ist das nicht nur ein Anliegen für ein schönes Gotteshaus, sondern Voraussetzung, dass die Kirche ihre Aufgaben erfüllen kann“, erklärte Bischof Dr. Klaus Küng am 8. Dezember in seiner Predigt beim Festgottesdienst in Maria Taferl. Bei den Renovierungsarbeiten an der Basilika konnte die sechste und vorletzte Etappe abgeschlossen werden. Der Bischof wies hin, dass viele Jahre an der Basilika „gründlich gearbeitet“ und sie von Russ und Staub befreit wurde. Damit soll ein Ort bereitet werden, „wo Gottes Sohn unter uns gegenwärtig wird“, so der Bischof.
Ebenso soll jeder Mensch sein Inneres immer wieder reinigen, denn Verfehlungen und Sünde seien so etwas wie Staub, der sich auf die Seele legt, wies der Bischof hin. Wenn sie gereinigte werde, „entdeckt man ein Kunstwerk auf dem Grund der Seele - das Bild Gottes, das so oft verkrustet und überlagert ist“.
Voll Dankbarkeit soll man auf diese Renovierung blicken und Gott auch bitten, dass innere Renovierung in jedem Einzelnen fortschreiten möge, damit der Glauben bei Jung und Alt ankomme.


Bedeutendster Wallfahrtsort der Diözese


Maria Taferl ist der bedeutendste Marienwallfahrtsort der Diözese. Die Kirche wurde 1660 errichtet und feiert im kommenden Jahr ihr 350-jähriges Bestehen. Seit 2004 wird das Gotteshaus renoviert, um im Jubiläumsjahr in neuem Glanz zu erstrahlen. Dafür hat sich damals ein Komitee gebildet, in dem Land, Diözese und zahlreiche Persönlichkeiten des Kultur- und Wirtschaftslebens vertreten sind. Die Renovierungskosten werden auf etwa 3,3 Millionen Euro beziffert.


Hameseder: Renovierungsarbeiten liegen im Zeitplan


Der Vorsitzende des „Vereins zur Erhaltung der Basilika Maria Taferl“, Raiffeisen-Generaldirektor Erwin Hameseder wies auf die Aktivitäten des Vereins hin, der durch seine Tätigkeit und mit Hilfe zahlreicher Spender und Wallfahrer bereits über eine Million Euro aufgebracht hat. Veranstaltet wurden unter anderem die Donauwallfahrt, Benefizkonzerte, Oldtimerfahrten und Golfturniere, deren Reinerlös der Basilika zuflossen.
In seinem Rückblick wies Hameseder auf die vollendete sechste Renovierungsetappe hin: Die Turmbibliothek wurde fertig gestellt, 15.000 Bücher gereinigt und inventarisiert, die Fresken an der Decke im Eingangsbereich restauriert. Die Renovierung der Orgel sei „in vollem Gange“, sagte Hameseder. Sie musste in mehr als 5.000 Einzelteile zerlegt und für die Restaurierung abtransportiert werden, was auch die Summe von etwa 700.000 Euro erklärt. Auch der barocke Rosengarten wurde wiederhergestellt und der Brunnen revitalisiert. „Seit über 100 Jahren fließt dort wieder Wasser“, erklärte er. Auch der behindertengerechte Eingang zur Basilika ist fast fertig gestellt.
Die kommende und letzte Renovierungsetappe umfasst die Sanierung der Türme an der Südfassade, die Gestaltung des Kirchenplatzes und die Pfarrkanzlei mit der für den Wallfahrtsbetrieb nötigen Infrastruktur sowie die Fertigstellung der Orgel. Nationalrat Karl Donabauer unterstrich in Vertretung des Landeshauptmannes die Aufgabe der Politik, wertvolle Einrichtungen wie Kultur- und Glaubensstätten zu erhalten.


Maria Taferl war stets "Herzensanliegen"


Für seine Verdienste um Basilika von Maria Taferl überreichte Bürgermeister Herbert Gruber Diözesanbischof Klaus Küng eine Urkunde der Ehrebürgerschaft von Maria Taferl. Bischof Klaus Küng bedankte sich für diese Ehre und betonte, dass ihm Maria Taferl immer „ein Herzensanliegen“ gewesen sei. In der Kirche sei alles „bereits hell und freundlich“, sagte er. Und wenn die Orgel wieder in vollem Klang erschallen wird, sei dies ein Zeichen der Hoffnung“.