„Liebe braucht Blumen – und mehr“

Am 14. Februar, dem Valentinstag, werden traditionell Blumen als Zeichen der Liebe verschenkt. Doch Liebe braucht mehr als Blumen: Bei einem „Gottesdienst für Liebende“ segnet Abt Berthold Heigl vom Stift Seitenstetten die anwesenden Paare. Eingeladen sind „alle Paare, junge und alte, die Freude und Dankbarkeit über ihre Partnerschaft verspüren und die das Geschenk der Liebe feiern möchten“, erklärt Initiatorin Anna Rosenberger, Bereichsleiterin für „Familie, Ehe und Beziehung“ der Pastoralen Dienste. Segensfeiern für Liebende gibt es auch in Langegg und in Neumarkt an der Ybbs.
Wie schon im vergangenen Jahr findet ein „Gottesdienst für Liebende“ am Sonntag nach dem Valentinstag, am 15. Februar, um 9.30 Uhr in der Kapelle des Bildungszentrums St. Benedikt in Seitenstetten statt. „Gerade in einer Zeit, wo so viele Beziehungen gefährdet sind und nicht selten auch zerbrechen, erscheint es mir als wichtiger pastoraler Dienst, Menschen für ihren gemeinsamen Weg die Nähe und den Segen Gottes zu erbitten“, betont Abt Berthold, der selbst aus einer Großfamilie stammt. „Für die Teilnehmer ist es eine schlichte und doch berührende Geste, auf diese Weise ihre Freundschaft, Ihre Liebe und ihre Treue zu erneuern.“ Nach dem Gottesdienst gibt es eine Agape, ein Liebesmahl, mit Brioche-Gebäck in Hezform.


„Wir wollen den Valentinstag nicht nur den Floristen überlassen, sondern diesen Tag der Liebenden wieder in die Kirche hereinholen“, sagt Anna Rosenberger. Einander hin und wieder Blumen zu schenken bereite Freude, doch eine Beziehung brauche mehr als Blumen. In diesem Gottesdienst, in dem „die Liebe gefeiert“ wird, erhalten die Paare Impulse für eine achtsame Pflege der Beziehung. Dabei soll der Segen, den die Paare bei der Trauung zugesprochen bekommen haben, bekräftigt werden. „Es tut gut, sich den Segen zusprechen zu lassen und auch einander zu segnen“, so Rosenberger, „nicht nur bei der silbernen und goldenen Hochzeit, sondern jedes Jahr.“ Der Valentinstag sei auch ein Anlass, Ehe und Familie in der Pfarre stärker sichtbar zu machen.


Den Valentinstag erneuern


Es gibt in Österreich schon seit einiger Zeit Bestrebungen, den Valentinstag zu erneuern. Den Anstoß dazu gab Franz Harant, Pfarrer von Pasching und Familienseelsorger der Diözese Linz. „Segen ist eine Grundkraft, aus der das Leben erwächst“, erklärt dazu Harant. „Gott selbst segnet. Wir dürfen seinen Segen buchstabieren und einander zusagen. Segen ist Ja-Kraft.“


Bei der Premiere im Vorjahr kamen bereits 50 Paare nach Seitenstetten. Heuer bieten weitere Pfarren in der Diözese St. Pölten Gottesdienste mit Segnungen für Paare an: Eine „Segnung der Liebenden“ gibt es in der Pfarrkirche von Neumarkt an der Ybbs im Rahmen eines Wortgottesdienstes mit Diakon Roman Fux am Valentinstag, dem 14. Februar, um 19 Uhr. Eine „Segensfeier für Liebende“ für alle Verliebten, Verheirateten und Liebenden veranstaltet auch die Pfarre Langegg am 14. Februar um 19 Uhr.


Blumen für die römische Göttin Juno


Der heilige Valentin war der Überlieferung nach Bischof von Terni, der Hilfe und Trost Suchenden Blumen aus seinem Garten geschenkt haben soll. Trotz eines Verbotes des Kaisers Claudius II. Gothicus traute er Liebespaare nach christlichem Zeremoniell und half in Partnerschaftskrisen; deshalb wurde er am 14. Februar 269 in Rom enthauptet.
Das Brauchtum, am Valentinstag Blumen zu schenken, geht zurück auf einen Festtag der römischen Göttin Juno. Der Schützerin von Ehe und Familie wurden an diesem Tag Blumen geopfert, den Ehefrauen Blumen geschenkt. Im Mittelalter kam der Brauch zunächst in Frankreich und England auf. Im deutschsprachigen Raum verbreitete sich der Brauch der Blumengeschenke nach dem 2. Weltkrieg durch den Einfluss aus den USA: Die Blumenhändler erklärten diesen Tag 1950 als „Tag der offenen Herzen“.
Neben den Liebenden und Verlobten ist Valentin auch Patron der Bienenzüchter.