Kirchenaustritte und Wiedereintritte sind 2008 gestiegen

546.562 Katholiken hatten mit 7. Jänner 2009 ihren Hauptwohnsitz in der Diözese St. Pölten. Im vergangenen Jahr sind 4.141 Katholiken aus der Diözese weggezogen und 3.855 zugezogen. Im gleichen Zeitraum haben nach derzeit vorliegenden Zahlen 3.684 Personen die Kirche verlassen. Das sind um 246 oder um sieben Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr. 303 Personen sind wieder in die Kirche zurückgekehrt. Diese Zahl ist seit Jahren im Steigen begriffen. 2007 waren es noch 268. Jeder einzelne Austritt, egal aus welchem Grund, ist zu bedauern, erklärt dazu der Direktor der Pastoralen Dienste, Dr. Sepp Winklmayr. Viele Menschen legen heute mehr Wert auf äußeren Wohlstand als auf grundlegende Fragen des Daseins, weist er hin. Auch die derzeitige Wirtschaftskrise und die steigende Teuerung seien für manche der Grund für einen Austritt. Menschen würden bei Mitgliedsbeiträgen und so auch beim Kirchenbeitrag sparen.


Je mehr Mitarbeiter in der Pastoral tätig sind, umso größer sei die Chance, Menschen neue Zugänge zu religiösen Fragen zu eröffnen, meint Winklmayr, und damit einer Abkehr von der Kirche vorzubeugen. Viele Menschen würden erst in existentiellen Fragen und bei tiefer persönlicher Betroffenheit wieder auf den eigentlichen Lebenssinn gestoßen, meint er. Dann würden viele wieder zurück zur Kirche finden, „denn letztlich ist es der Glaube, der festen Halt im Leben gibt und eine Perspektive über das Dasein hinaus ermöglicht“. Die steigende Zahl der Wiedereintritte sei dafür „ein kleines, aber deutliches Zeichen“.


Es gebe aber auch „eine wachsende Zahl aktiver Katholiken“, die sich in den Pfarren engagieren und „großartige Leistungen“, vor allem im kulturellen und sozialen Bereich erbringen. Sei es bei der Betreuung alter, einsamer und kranker Menschen oder bei kulturellen Initiativen, von denen viele Menschen profitieren. So bei der jüngsten Sternsingeraktion, an der sich allein in der Diözese St. Pölten über 12.000 Kinder und Jugendliche für die Nöte anderer Menschen eingesetzt haben. „Gerade das macht die Kirche für die ganze Gesellschaft auch in Zukunft unverzichtbar“, ist der Direktor der Pastoralen Dienste überzeugt.