Kirche startet "größte Solidaritätsaktion der Welt"

Österreichs Bischöfe bitten die Katholiken aus Anlass des Weltmissions-Sonntags am 18. Oktober um einen Beitrag zur "größten Solidaritätsaktion der Welt". Der in allen katholischen Diözesen der Welt mit Gebet und Spenden gefeierte Weltmissions-Sonntag spanne ein "Netz der Nächstenliebe über die ganze Welt", heißt es in einem aktuellen Hirtenwort. Entsprechend der dem Weltmissions-Sonntag zugrundeliegenden Idee "Alle Kirchen für die ganze Kirche" mache es "keinen Unterschied, ob eine Diözese arm oder reich ist, ob sie eine Jahrhunderte lange Geschichte hat oder erst ein paar Jahre alt ist, ob sie im Norden liegt oder in einem der Länder des Südens", so die Bischöfe: "Alle geben, die Bedürftigsten erhalten."
Am Weltmissions-Sonntag wird jedes Jahr weltweit für die ärmsten Diözesen in den Ländern des "Südens" gesammelt, um ihnen ein Grundbudget zur Erfüllung ihrer pastoralen und sozialen Aufgabe zu sichern. Die Sammelergebnisse werden nach Rom gemeldet und von dort aus weltweit koordiniert, damit eine faire Verteilung möglich und niemand vergessen wird. In Österreich wird die Sammlung von den Päpstlichen Missionswerken "Missio" organisiert.


Es sei besonders berührend, dass an diesem Tag auch in einer armen Gemeinde im Senegal - dem diesjährigen "Missio"-Beispielland - Menschen, die selbst kaum das Nötigste zum Leben haben, ihren Beitrag leisten. "Daran erkennt man, dass es nicht um Geld, sondern in Wirklichkeit um Liebe geht", betonen die österreichischen Bischöfe. Sie mache die Gemeinschaft der Kirche zur "Familie Gottes in der Welt".


Kennzeichnend für diese Familie sei neben dem gemeinsamen Glauben an den Vater die geschwisterliche Sorge füreinander. Die Liebe zu den Schwestern und Brüdern "kann auch das beinahe Unmögliche möglich, ja zur größten Selbstverständlichkeit werden lassen", heißt es in dem Hirtenwort.
Die Bischöfe erinnern in diesem Zusammenhang an den Bericht eines afrikanischen Missionars über den Bürgerkrieg in seinem Land: Angesichts des drohenden Vorrückens feindlicher Truppen habe ein siebenjähriger Junge seinen verletzten, älteren und um vieles schwereren Bruder schwankend zum rettenden Urwald getragen. Ein Foto-Reporter habe dem Knaben zugerufen: "Das schaffst Du nie!".
Und dieser habe mit dem mittlerweile vielzitierten Satz widersprochen: "He ain't heavy - he's my brother!" (Er ist gar nicht schwer - er ist ja mein Bruder!).


Die Bischöfe würdigen viele wertvolle Initiativen von Orden und Organisationen, von Diözesen und Pfarren, die an diesem weltweiten Netz der Liebe und der Solidarität mitarbeiten. Besonders jedoch sei es "Missio" aufgetragen, die jungen 1.100 Missionsdiözesen als "die schwächsten Stellen dieses Netzwerks" zu stärken.


Missio