"Kirche braucht Frischzellenkur"

(KAP) Diözesanbischof Klaus Küng sieht in den christlichen Jugend- und Evangelisationsbewegungen das Potenzial für eine kirchliche "Frischzellenkur". "Es entsteht eine junge Kirche, die beeindruckend ist", so Küng in einem Interview mit der deutschen "Tagespost". Der Bischof äußerte sich anlässlich des 14. "Internationalen Forums Altötting" der Gemeinschaft "Emmanuel". Heuer kamen rund 1.700 Jugendliche nach Altötting, um gemeinsam zu beten, Gottesdienste zu feiern und Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen zu besuchen. Mit Bischof Küng nahm auch der Kölner Weihbischof Heiner Koch an dem Treffen teil. Die Impulse, die von solchen Jugendtreffen ausgehen, könnten durchaus auch in die Diözesen hineinwirken, ist Küng überzeugt. Der Bischof sieht die Notwendigkeit, "von neuem geistliche Zentren" aufzubauen, "in denen der Glauben gelebt und verkündet wird". Lernen könne die Ortskirche von der Jugend auch die "große Direktheit der Sprache" und die Authentizität des persönlichen Glaubenszeugnisses.
Dass ein Jugendtreffen wie jenes in Altötting ausgerechnet an einem Marienwallfahrtsort stattfindet, sei nicht verwunderlich, so Küng weiter. In einer Zeit, in der die Menschen "vom alltäglichen Leben, vom Beruf und anderen Sorgen geradezu geknechtet" und von der "Konsumgesellschaft" gefangen genommen werden, erlangten die Marienwallfahrtsorte neue Bedeutung als Orte des "Neuanfangs" und der Befreiung.
An diesen Orten könnten sich schließlich auch jene "Knospen" bilden, aus denen Vorbilder im Glauben hervorgehen. Diese seien dringend notwendig, um auch jene Jugendlichen zu erreichen, die "weit weg von Gott" sind. In ihrer Offenheit, gerade diese Altersgenossen anzusprechen, seien Jugendliche "viel konsequenter als wir Älteren und oft auch viel entschlossener", so der Bischof.
Gemeinsam mit den Jugendlichen feierte Bischof Küng den Begrüßungsgottesdienst zu Beginn des Forums sowie einen weiteren Gottesdienst. Neben Bischof Küng und Weihbischof Koch nahmen u.a. der Theologe, Autor und Psychiater Manfred Lütz sowie der aus den Medien bekannte Kapuziner Paulus Terwitte als Referenten an dem Forum teil.


Die Gemeinschaft "Emmanuel" ist eine katholische Vereinigung, die aus der "charismatischen Erneuerung" hervorgegangen ist. Junge Menschen, Singles und Paare sind bei "Emmanuel" ebenso vertreten wie Priester und Ordensleute. Ziel ist es, das Evangelium im jeweiligen privaten und beruflichen Umfeld sichtbar zu leben. Die Gemeinschaft ist 1972 in Frankreich entstanden und wurde 1998 von Johannes Paul II. mehr als 70 Ländern aktiv und zählt rund 7.500 Mitglieder. In Österreich zählt die Gemeinschaft derzeit 120 Mitglieder, die meisten leben in Wien und Umgebung. "Emmanuel" ist auf die Mission in Großstädten spezialisiert.


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