"Kennen Sie Paltram?"

Eine Zeitreise durch das jüdische St. Pölten veranstaltet das Institut für jüdische Geschichte anlässlich des 850-Jahr-Jubiläums der Stadt am Samstag, den 12. September, um 19.30 Uhr in der ehemaligen Synagoge. Der Eintritt ist frei.
"Seit dem Mittelalter wirkten jüdische Persönlichkeiten in St. Pölten, zum Wohl ihrer Gemeinde und der ganzen Stadt", sagt Dr. Martha Keil, Direktorin des Instituts für die Geschichte der Juden in Österreich, zu der Veranstaltung. "Dieser Abend ist ein historischer und musikalischer Streifzug durch die Jahrhunderte, der ihre Geschichte mit den Werken jüdischer Komponisten verbindet."


Kurzreferate halten Christoph Lind über "Vertreibung und Vernichtung", Martha Keil über "Die Gemeinde in der Blüte", Birgit Wiedl untersucht "Die Anfänge der Gemeinde", Barbara Staudinger berichtet über "Landjuden und Tolerierte". Ganz zurück an den Beginn der historischen Überlieferung jüdischen Lebens in St. Pölten geht Eveline Brugger mit der Frage "Kennen Sie Paltram?"


"Paltram und sein Bruder Abraham sind die ersten Juden in St. Pölten, die in den Quellen auftauchen", erklärt Keil. 1305 gaben sie einem Rüdiger von Nußdorf ein Darlehen von 40 Pfund für ein Pfand von einem halben Joch Weingarten. Die Eltern der Brüder hießen Lesir und Rachel, die Ehefrau Paltrams hatte den schönen deutschen Namen Viellieb. 1308 gibt Abraham noch ein Darlehen, dann verliert sich die Spur der Familie.


Die musikalische Begleitung des Abends mit Werken von Herbert Zipper über Felix Mendelssohn-Bartholdy bis Guglielmo Ebreo kommt vom "Trio Auturja".