"Kälte ist kein Kinderspiel"

Die Caritas startet an diesem Wochenende ihre traditionelle Februar-Spendenkampagne für Menschen in den ärmsten Ländern Osteuropas. Die katholische Hilfsorganisation macht dabei auf die teils dramatische Lage von in Not geratenen Menschen, besonders von Straßenkindern, in der kalten Jahreszeit aufmerksam. Im Rahmen einer Straßenaktion hat die Caritas in der Innenstadt von St. Pölten ein Kinderzimmer aufgebaut: „Ein Symbol für viele Kinder, die ihr Zuhause auf der Straße haben“, erklärte Caritasdirektor Mag. Friedrich Schuhböck. „Doch Kälte ist kein Kinderspiel.“
„Im Winter gibt es bei uns ein bisschen Schneechaos und ein paar Stromausfälle. In Osteuropa ist die Situation dramatischer“, betonte Schuhböck. „Während sich bei uns die Kinder über den Schnee freuen, bedeutet der Winter für die Kinder in den ärmsten Ländern einen Überlebenskampf.“ Viele haben kein Zuhause und leben auf der Straße. Andere leben in so ärmlichen Wohnungen, dass sie weder Heizung noch warmes Essen haben. Der Caritasdirektor machte darauf aufmerksam, dass sich heuer zusätzlich die Probleme der Weltwirtschaftkrise und des Gasstreits auswirken. Dramatische Preissteigerungen haben etwa die Heizkosten in Armenien verdoppelt.


In der Diözese St. Pölten wird die Osthilfe-Kampagne von den „Pastoralen Diensten“, dem früheren Pastoralamt, mitgetragen. „Die Sammlung wir auch in allen Pfarren durchgeführt“, erklärte Bereichsleiter Dipl. Geol. Axel Isenbart. „Die Pfarren sind nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch der Solidarität.“ Es bestehe keine Sorge, dass in den Zeiten der Wirtschaftskrise weniger gespendet werde, da die Betroffenheit und Sensibilität für die Not anderer dadurch eher gestiegen seien. Als Sammlungsziel nannte Isenbart 100.000 Euro.


Schwerpunktländer Albanien, Ukraine und Armenien


Die Caritas finanziert mit den Spenden der Februar-Osthilfekampagne rund 250 Projekte in den ärmsten Ländern Europas. Schwerpunktländer der Caritas und der „Pastoralen Dienste“ St. Pölten sind in diesem Jahr Albanien, die Ukraine und Armenien. „Geld und Hilfe kommen auch an“, sagte Caritasdirektor Schuhböck. Es gebe zahlreiche Beispiele von Projekten, „wo unsere Hilfe bereits zur Selbsthilfe geworden ist“. Die Caritas versuche stets „gemeinsam, umfassend und nachhaltig“ zu helfen.
In Albanien gibt das „Haus Eden“ Straßenkindern Geborgenheit, medizinische Versorgung, Schulbildung, Nahrung sowie Halt und Orientierung für ihr Leben. Im kleinen Ort Tarasivka in der Ukraine richtet die Pfarre St. Nikolaus ein Tageszentrum ein, das für Jugendliche, die meist auf der Straße aufwachsen, zur neuen Heimat werden soll. Armenien leidet immer noch an den folgen des großen Erdbebens vor 20 Jahren. Die Caritas hilft mit engagierten Programmen besonders im Norden des Landes, der für die dramatische Kälte im Winter bekannt ist.


Die Kosten der Kampagne trägt die Sparkasse NÖ-Mitte-West AG. Als regionaler Kooperationspartner übernimmt sie die Kosten für die Werbematerialien. „Die Sparkasse hat von ihrem Gründungsgedanken her auch einen sozialen Auftrag“, erklärte dazu Peter Lafite.
Spenden sind auf das Konto Nr. 0000-013011 bei der Sparkasse NÖ-Mitte-West AG, BLZ 20256 erbeten. Zahlscheine liegen bei allen Sparkassen, Erste Banken und in allen Pfarren auf.


„Coffee to help“


Mit einem Kaffestand auf der Straße startete die youngCaritas gleichzeitig mit der Osthilfe-Kampagne ihre Aktion „Coffee to help“. Mag. Cornelia Gattringer von der youngCaritas lädt dazu ein, „Kaffeejausen zu veranstalten, in s Gespräch zu kommen und um eine Kaffeespende zu bitten“. Die Spenden kommen Kindern in Not zugute. Für die Kaffeeaktion gibt es eigene Accesoires wie Kaffeetassen, Servietten und eine „Coffee to help“-Spendenbox. Hilfe für die Organisation caritativer Kaffeejausen gibt es auf www.coffeetohelp.at .


Foto:Peter Lafite, Dipl. Geol. Axel Isenbart, Mag. Cornelia Gattringer. Mag. Friedrich Schuhböck, Lukas Steinwendtner (v.l.).