Hunger nach Gerechtigkeit

Zu einer Fastenbesinnung mit Künstlerinnen und Künstlern im Dom von St. Pölten und zur Eröffnung der Ausstellung „Hunger nach Gerechtigkeit“ im Sommerrefektorium lud der Katholische Akademikerverband der Diözese St. Pölten (KAV). 13 bildende Künstler und 6 Literaten präsentierten Werke, die „die Frage nach unserer Verantwortung für die Mitmenschen ans Herz legen“, wie Bischof Küng im Katalog zu Ausstellung schreibt.
Von einer „anspruchsvollen Ausstellung“ sprach Diözesanbischof DDr. Klaus Küng bei der Eröffnung am 26. Februar. Das Denken und auch Ringen der Künstler mit dem Thema sei spürbar. Bei dem Ausstellungstitel „Hunger nach Gerechtigkeit“, in dem eine der Seligpreisungen anklinge, berühre „die tiefsten Sehnsüchte des Menschen“, erklärte der Bischof. Die Bilder, Skulpturen und Texte könnten nicht nur mit einem flüchtigen Blick angesehen werden, so Küng: „Wir sind gefordert, uns einzulassen und berühren zu lassen.“


Als Gegengewicht zur alltäglichen „Bilderflut“ bezeichnete Mag. Carl Aigner, Direktor des Niederösterreichischen Landesmuseums, die ausgestellten Werke. Die Bilderwelt der Kunst „schüttet die Augen nicht zu und lässt uns nicht erblinden“, so Aigner, sondern helfe, mit unserem Inneren in Kontakt zu kommen. In einer Zeit, da „die Abbildung der Welt zu Selbstverständlichkeit geworden“ sei, könne die abstrakte Kunst uns wieder die Augen für die Selbstreflexion öffnen, betonte Aigner. Da die Inhalte der Kunstwerke nicht auf den ersten Blick sichtbar seien, könne „im Sehen wieder Spiritualität erlangt“ werden.


Bei der Stillung des „Hungers nach Gerechtigkeit“ sei Kunst ebenso notwendig wie Religion, schreibt Mag. Dr. Ursula Fischer, eine der Kuratorinnen der Ausstellung, in ihrer Einleitung zum Katalog. „Die Religion kann den Hunger des Menschen nach Spiritualität lindern, und die Kirche und die Kunst gemeinsam den Hunger nach Schönheit und Wahrheit.“ Sowohl Religion als auch Kunst seien Bereiche, die den Zugang zu dingen jenseits unserer Wahrnehmungsfähigkeit und Vorstellungskraft ermöglichten.


Mitglieder der Literarischen Gesellschaft St. Pölten erarbeiteten Texte zu einigen der ausgestellten Kunstwerke. In der Ausstellung und im Katalog werden sie zu den entsprechenden Werken platziert. „Die Texte zu den Bildern oder Skulpturen bringen Wahrheiten, die man so noch nicht reflektiert hat“, erklärt die Kuratorin für die Literatur, Mag. Eva Riebler.


Die Ausstellung „Hunger nach Gerechtigkeit“ im Sommerrefektorium (3100 St. Pölten, Domplatz 1) ist bis 29. März an jedem Sonntag von 9 bis 13 Uhr und unter der Woche auf Anfrage geöffnet. Informationen beim KAV: 02742/398-305, .


Fotos:Bischof DDr. Klaus Küng und Dr. Angelika Beroun-Linhart vom KAV bei der Ausstellungseröffnung neben einer Skulptur von Heinz Knapp, Werke von Markus Reiter und Eva Riebler.