"Händel-Haydn-Mendelssohn" und "120 Meisterwerke"

Das Stiftes Göttweig startet die Ausstellungssaison am 5. April mit zwei Sonderschauen:
Eine widmet sich unter dem Titel "Händel-Haydn-Mendelssohn" dem "Jahresgedächtnis von drei Heroen der Tonkunst, deren Schaffen in der Musikgeschichte des Stiftes Göttweig einen herausragenden Platz einnimmt". Die zweite wurde als "120 Meisterwerke" angekündigt. Die Werke stammen aus dem wertvollen Graphikbestand des Stiftes und bieten Kunstinteressierten Highlights von Albrecht Dürer über Peter Paul Rubens und Rembrandt bis Gustav Klimt. Die Sonderausstellung im Gelben Fürstenzimmer mit Raritäten aus dem Göttweiger Musikarchiv präsentiert u. a. den Erstdruck von Joseph Haydns Kaiserhymne, Partituren von Georg Friedrich Händel und einen Brief Felix Mendelssohn Bartholdys aus dem Jahr 1845. Gezeigt werden auch zahlreiche Musikinstrumente wie ein Bassetl (eine Frühform des Cellos), ein Jagdhorn und Pauken der Barockzeit, Blas- und Streichinstrumente sowie das Kuriosum einer "Spazierstockflöte".
Ausgewählt wurden die Exponate von Univ.-Prof. Friedrich Riedel, der das Musikarchiv des Stiftes Göttweig wissenschaftlich betreut. Es zählt zu den größten und bedeutendsten Musiksammlungen Österreichs und umfasst ca. 10.000 Objekte aus der Zeit vom 17. bis zum späten 19. Jahrhundert, darunter ca. 5.000 Musikhandschriften, 2.500 Musikdrucke, 500 Schriften über Musik, über 600 Briefe von Musikern und Musikgelehrten, ferner Textbücher, Musikzeitschriften und historische Musikinstrumente.


Neben dem für die Kirchenmusik des Stiftes oder für den privaten Gebrauch der Patres "gewachsenen" Repertoire existieren umfangreiche Bestände aus den Nachlässen der Wiener Musiksammler Raphael Georg Kiesewetter (1773-1850) und Aloys Fuchs (1799-1853), darunter Schätze wie zahlreiche Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Joseph und Michael Haydn sowie Wolfgang Amadeus Mozart und Felix Mendelsohn-Bartholdy.


Stift Göttweig besitzt aber auch die größte private Stichsammlung Österreichs mit Beständen aus dem Zeitraum vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Als Begründer der Graphischen Sammlung gilt der Barock-Abt Gottfried Bessel (1714-1749). Er errichtete eine nach nationalen Stecherschulen strukturierte Kollektion, die heute mehr als 32.000 Blätter umfasst. Thematisch dominieren Porträtstiche, religiöse Darstellungen sowie mythologische und allegorische Blätter.


Das Kloster gab selbst immer wieder Druckgraphik in Auftrag. Von den meisten davon befinden sich die Druckplatten aus Kupfer und Lithosteine noch in der Graphischen Sammlung; manche werden im Rahmen der Sonderausstellung zu sehen sein.
aus KP


Die Sonderausstellungen "Händel-Haydn-Mendelssohn" und "120 Meisterwerke" sind von 5. April bis 1. November 2009 im Stift Göttweig zu sehen.
Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 18 Uhr, ab Juni von 9 bis 18 Uhr; Karfreitag ist geschlossen.


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