„Gut zu mir – gut zu dir“

„Jeder Mensch, der sich mit Liebe begegnet, vermehrt die Liebe in der Welt“, betonte Dr. Barbara Wagner-Tichy, Psychologin, Ehe-, Familien- und Lebensberaterin, beim „Tag der Beziehung“ des Familienreferates der Diözese St. Pölten im Bildungshaus St. Hippolyt. Unter dem Titel „Gut zu mir – gut zu dir“ erklärte Wagner-Tichy, dass eine Partnerschaft nur glücken könne, wenn die Ehepartner sich selbst, ihre Bedürfnisse und Grenzen kannten.
Wenn wir eine Partnerschaft eingehen, binden wir uns an einen Menschen, „der anders ist als ich“, so Wagner-Tichy. Das sei am Anfang reizvoll, könne später jedoch zur Entfremdung führen: „Ehen werden aus den gleichen Gründen geschieden wie sie geschlossen wurden.“ Die „Zeit der Ehrlichkeit“ um die Fremdheit wischen den Partnern zu überwinden komme erst später, meinte die Psychologin. „Ehrlich kann ich erst sein, wenn ich weiß, wer ich selbst bin.“


Die Partnerschaft sei „ein gemeinsames Abenteuer“, betonte Wagner-Tichy: „Was in mir vorgeht, geht auch in der Partnerschaft vor.“ Deshalb dürfe sich in einer Beziehung niemand „opfern“, da der Mensch darunter leide, wenn er sich selbst entfremdet ist. „Ich muss für mich selbst sorgen, wenn ich spüre, dass ich nicht mehr ich selbst bin“, empfahl die Eheberaterin. Wer in einer Beziehung leide, müsse selbst aktiv werden und dürfe nicht auf Initiativen des Partners warten.


Wir sollten uns kein Bild von Gott machen, erinnerte Wagner-Tichy, aber genauso wenig von uns selbst – das gehöre zu diesem Gebot dazu. Der Mensch lebe stets in einem Spannungsfeld zwischen „Sein und Sollen“, erklärte die Referentin. Wer behaupte „Ich bin eben so“, zeige keine Bereitschaft sich zu verändern. Es gebe jedoch „ein Bild, das Gott von uns hat“, das wir nicht kennen, einen „inneren Plan“, in den wir uns hinein entwickeln, führte Wagner-Tichy aus.


Unterstützt von Gedichten, Liedern und Texten konnten die teilnehmenden Ehepartner ihre Beziehung in persönlichen Paar-Gesprächen klären und vertiefen.