Göreme – ein Ort erster christlicher Zeugnisse

Sie sind ein Weltkulturerbe ersten Ranges: die bizarren Felsformationen von Kappadokien. Beeindruckend aber die Leistungen jener Christen der ersten Stunde, die vor den Verfolgungen Kaiser Diokletians geflohen sind und sich in dieses Gebiet versteckten. Sie gruben Wohnhöhlen, Kirchen und Kapellen in die Felsen, um ihrem Glauben treu zu bleiben.
1150 Höhlenkirchen sollen einst in diesem Region bestanden haben. Etwa 350 sind noch zu sehen und teilweise mit phantastischen Wandmalereien ausgestattet. Sie geben Zeugnis vom Leben und Glauben jener Menschen aus den ersten christlichen Gemeinden. Göreme ist einer der bekanntesten Orte in diesem Gebiet. Hier finden sich unter anderem die Basiliuskirche, die Apfelkirche und die Barbarakirche mit imposanten Fresken. Eine Wanderung durch dieses Gebiet zeigt die kaum vorstellbare Schönheit dieser Landschaft auf.


Nach der Besichtigung dieser frühchristlichen Zeugnisse feierten die Pilger in der griechisch-orthodoxen Kirche im nahe gelegenen Sinassos den Abschlussgottesdienst des Tages. „Die Kirchen in dieser Gegend geben ein Zeugnis für das rege Leben aus dem Glauben. Sie zeigen die Frucht des Wirkens des Apostels Paulus“, sagte Bischof Klaus Küng am Beginn der Messe.


In seiner Predigt meinte Jugendseelsorger Hermann Reisinger, dass der Grund der Bekehrung des späteren Apostels Paulus die Erfahrung gewesen sein muss, von Christus angenommen worden zu sein. „Es war so etwas wie die erste Liebe, die dann sein Leben durch und durch geprägt hat“, sagte er. Auch heute, obwohl es andere Voraussetzungen gebe, habe jeder einzelne seine Liebesgeschichte mit Christus, die bei der Taufe begonnen hat.


In der kahlen und renovierungsbedürftigen Kirche fielen die letzten Reste des Tageslichtes durch die Fenster herein. Das innere war bereits in Dunkel getaucht und nur von wenigen Kerzen beleuchtet, als die Pilger das Schlusslied anstimmten: „Halleluja lasst uns singen, denn die Freudenzeit ist da …“