Gerechtigkeit braucht eine Lobby

„Gerechtigkeit konkret“ war das Hauptthema der Herbst-Diözesankonferenz der Katholischen Männerbewegung im Bildungshaus Stift Zwettl. Verantwortliche aus Pfarre, Dekanat und Diözese nahmen an dieser Tagung mit Mag. Karl Rottenschlager, Gründer der Emmausgemeinschaft St. Pölten, teil. An vielen Beispielen aus der Praxis, aktuellen Statistiken sowie Impulsen legte er Problematik dar.
Im Rahmen der Konferenz wurde Josef Muhr nach 13jähriger Tätigkeit als KMB-Sekretär verabschiedet. Sein Nachfolger ist Michael Scholz. „Alle Menschen wollen gerecht behandelt werden. Wir sind gefragt, auch Strukturen anzusprechen, die geändert werden müssen, damit es mehr Gerechtigkeit gibt“, betonte KMB-Diözesanobmann DI Dr. Leopold Wimmer in seiner Begrüßung. Jesus habe Gerechtigkeit immer mit Barmherzigkeit verbunden, wie es im Gleichnis vom verlorenen Sohn zum Ausdruck komme, wies er hin.


Dramatischer formulierte es Mag. Karl Rottenschlager: „Wenn du wissen willst, wie es um Österreich bestellt ist, dann wirf einen Blick auf die Menschen am Rande der Gesellschaft!“ Etwa 7.000 Kinder und Jugendliche wohnen ständig in Heimen, 65.000 bis 70.000 Kinder werden misshandelt, 400.000 Menschen leben an oder unter der Armutsgrenze. Heute stehe man an einer Weggabelung, erklärte Rottenschlager drastisch: entweder für den Weg zu einer „Zivilisation der Liebe“ oder dem Weg zur „Kultur des Todes. Durch die Emmausgemeinschaft sei es gelungen „Heilsgeschichten von Menschen zu erfahren, die möglich wurden“ – „auch durch die Macht des Gebetes“, fügte er an. Das KMB-Jahresthema „Gerechtigkeit – konkret“ bedeute auch, Lobbying zu betreiben. „Bauen wir gemeinsam an einer Welt, wo Platz für alle ist“ forderte er die verantwortlichen KMB-Funktionäre in seinem Schluss-Statement auf.


Den Gottesdienst mit den Teilnehmern feierte Zwettls Abt Wolfgang Wiedermann. Drei Arbeitsgruppen befassten sich dann mit der Umsetzung des Jahresthemas für die Pfarren und Projekten der KMB-Aktion „Sei so frei“.


Herzlich und persönlich wurde Josef Muhr als Diözesansekretär verabschiedet. „In mehr als 13jähriger Tätigkeit gab es viele Themen, die Muhr ein Anliegen waren, wie die Erstellung von Liturgiebehelfen und Ideen zum Vatertag, das Thema „Mann sein“ und die entscheidende Erweiterung der Aktion ‚Sei so frei‘ sowie die Umsetzung der Internetpräsenz der KMB“, würdigte Diözesanobmann Leopold Wimmer. Der gebürtige Wieselburger Michael Scholz, in der Diözese St. Pölten bisher für die Agenden Kirche & Sport sowie die Mesnergemeinschaft zuständig, wurde als Nachfolger willkommen geheißen.


Foto: Seelsorger Richard Jindra, Ex-Sekretär Josef Muhr, Irene Lexa, Obmann Leopold Wimmer, Sekretär Michael Scholz. Foto: Scholz