Gegen die „Fremdenhetze“ arbeiten

Gegen die „Fremdenhetze“ in Teilen der Politik und Gesellschaft sprachen sich die Veranstalter und Ehrengäste des „Festes der Begegnung“ am 20. Juni am Rathausplatz von St. Pölten aus. Der Stimmung des Slogans „Abendland in Christenhand“ müsse entschieden entgegengearbeitet werden, betonte Mag. Sepp Gruber von der Betriebsseelsorge St. Pölten bei der Eröffnung des Festes. Durch die weitere Verschärfung des Fremdenrechts sei die politische Stimmung allgemein „sehr traurig“. So sei etwa das Bleiberecht weiterhin lediglich eine „Bleibegnade“. Migranten sollten von der Politik nicht nur als „Sicherheitsthema“ behandelt, sondern auch als Bereicherung gesehen werden, forderte Gruber.
„Wir dürfen nicht auf die hören, die gegen Migranten hetzen“, unterstrich auch der St. Pöltner Bürgermeister Mag. Matthias Stadler: „Diese dürfen in unserem Land keine Chance bekommen.“ In St. Pölten lebten „über 100 Nationen“, so Stadler, und das jährliche „Fest der Begegnung“ zeige, „dass das Zusammenleben funktioniert“.
Die verschiedenen Zelte und Farben auf dem Rathausplatz seien ein „Symbol für St. Pölten“, erklärte Dompfarrer Norbert Burmettler: „Wir gehören alle zusammen, und wollen auch miteinander leben.“ Auf dem Fest seien viele Sprachen zu hören, die wir nicht kennen, doch „die Sprache der Herzen können wir verstehen“.


Integration sei die Basis und der Schlüssel für ein „Leben miteinander statt nebeneinander“, sagte Landtagsabgeordnete Heidemaria Onodi. Dafür müssten vor allem die Gleichbehandlung, die Kommunikation miteinander sowie die Möglichkeiten der Selbstentfaltung gefördert werden.
Die Kremser Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Inge Rinke wies in Vertretung von Landeshauptman Dr. Erwin Pröll darauf hin, dass es notwendig sei einander kennen zu lernen, um Vielfalt zu leben: „Nur wer sich kennt, versteht sich.“


„Grenzen-los feiern“ war das Motto des diesjährigen „Festes der Begegnung“, das bereits zum siebzehnten Mal von der Betriebsseelsorge St. Pölten, gemeinsam mit Caritas, Diakonie, Emmaus, Amnesty International und zahlreichen Migrantenvereinen veranstaltet wurde. Ein Open-Air-Programm mit Musik, Tanz und Kulinarischem aus verschiedenen Ländern und Kontinenten lud zum „Kennenlernen und Verstehenlernen“ der jeweils anderen Kultur ein. Bereits am Vorabend wurde im „Cinema Paradiso“ der international mehrfach ausgezeichnete Film „Ein Augenblick Freiheit – Das Leben ist mehr als nur Sein“ von Arash T. Riahi gezeigt, der von der Odysee dreier iranisch-kurdischer Flüchtlingsfamilien erzählt.