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Fürnsinn: Orden werden immer auf der Seite der Menschen stehen

Die Orden werden auch in Zukunft immer an der Seite der Menschen im Land stehen. Das betonte der Vorsitzende der Österreichischen Superiorenkonferenz, Propst Maximilian Fürnsinn, bei einem Empfang von Bundespräsident Heinz Fischer in der Wiener Hofburg am Montag. Bei ihrem Einsatz für die Gesellschaft würden die Orden von der öffentlichen Hand mitunter auch ungerecht behandelt, gab Fürnsinn zu bedenken und brachte in seiner Ansprache gegenüber Bundespräsident Fischer zwei Anliegen vor: die finanzielle Gleichbehandlung von Ordensspitälern mit öffentlichen Spitälern durch die öffentliche Hand sowie ein Ende des Missstandes, dass die Kirche und Orden für die Erhaltung von Gotteshäusern und Klöstern mehr an Steuern bezahlen müssten als sie an staatlicher Unterstützung aus dem Denkmalschutzbudget erhalten würden.
Die Ordenskrankenhäuser würden ein Fünftel aller Spitalsbetten in Österreich stellen, so Fürnsinn. Aber obwohl die konfessionellen Krankenhäuser gemeinnützig arbeiten und einen öffentlichen Versorgungsauftrag erfüllen, erhielten sie nicht die gleichen finanziellen Vergütungen wie öffentlich-rechtliche Spitäler, kritisierte der Vorsitzende der Superiorenkonferenz.


Bei der Denkmalpflege würden die Klöster ebenso beträchtliche Anstrengungen unternehmen und sich auch zu ihrem kulturellen Erbe und ihrem Auftrag bekennen, aber es sei nicht einzusehen, dass die dabei bezahlte Mehrwertsteuer höher sei als die staatlichen Förderungen. Hier sei eine Änderung des Systems dringend angeraten, so Fürnsinn, der sich auch überzeugt zeigte, dass über verstärkte Investitionen im Bereich der Denkmalpflege die Wirtschaft gerade in der aktuellen Krise zusätzlich angekurbelt werden könnte.


Kirchliche Arbeit "von unschätzbarem Wert"


Bundespräsident Heinz Fischer wies in seiner Ansprache auf das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Staat und Kirche in Österreich hin. Die Zusammenarbeit und der Dialog auf allen Ebenen habe sich bewährt und alle Seiten würden davon profitieren. Fischer hob die spirituellen, sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Verdienste der Orden hervor. Die Arbeit, die beispielsweise in den Ordensspitälern und Ordensschulen geleistet wird, sei von unschätzbarem Wert für Österreich, so Fischer.


Am Rande des Festakts erläuterte der Generalsekretär der Superiorenkonferenz, P. Erhard Rauch, die Forderungen der Ordensspitäler. Diese müssten aufgrund der finanziellen Ungleichbehandlung oftmals als Bittsteller auftreten, bekämen dann zwar mitunter auch entsprechende Finanzmittel zugestanden, doch es brauche einfach eine neue Rechtsgrundlage. Denn nur bei Rechtssicherheit könne man auch seriös planen und wirtschaften, so P. Rauch. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die jüngst präsentierte Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) hin, wonach die Kosten der Ordensspitäler deutlich unter den vergleichbaren Kosten der Krankenhäuser der Bundesländer, Gemeinden und sonstiger Anbieter liegen.


Anlass des Festakts in der Hofburg war das diesjährige 50-Jahr-Jubiläum der "Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs". Der Einladung des Bundespräsidenten waren die Oberen der Österreichischen Männerorden wie auch der für die Orden in der Österreichischen Bischofskonferenz zuständige Bischof Ludwig Schwarz gefolgt. Laut einer aktuellen Statistik der Superiorenkonferenz gibt es in Österreich derzeit 85 männliche Ordensgemeinschaften mit insgesamt 1.520 Ordenspriestern und 470 Ordensbrüdern. 35 Prozent aller Priester in Österreich gehören einem Orden an.


(KAP)