Finanzkrise als Chance für ethische Geldanlage

Unter dem Motto „Machen sie mit ihrem Geld doch, was SIE wollen“ erläuterte Dr. Markus Schlagnitweit bei einem „Sozialstammtisch“ der Betriebsseelsorge St. Pölten die Mechanismen herkömmlicher Geldanlage und die Ansätze einer Geldanlage nach ethischen Kriterien.
Die aktuelle Finanzmarktkrise sei „eine Chance für ethische Geldanlagen“, sagte Schlagnitweit, Direktor der Katholischen Sozialakademie Österreichs (KSÖ) und Spezialist für ethisches Investment. Zurzeit beträgt das gesamte Finanzvolumen ethisch veranlagten Kapitals im deutschen Sprachraum erst ein bis zwei Prozent. „Ethisches Investment arbeitet methodisch im Finanzmarktmechanismus mit“, erklärte Schlagnitweit, „aber mit dem Unterschied der inhaltlichen Kontrolle nach vorher klar festgelegten ethisch-sozialen Kriterien.“


Diese Kriterien wurden von kirchlichen Hochschulen in Deutschland auf der Basis der christlichen Soziallehre schon in den 90-er Jahren unter den Stichworten „naturverträglich“', „sozialverträglich“ und „kulturverträglich“ erarbeitet. Ethik-Ratingspezialisten erarbeiten auf der Grundlage dieser ethischen Richtlinien spezielle Anlageformen. „Dadurch kann auch indirekt Druck auf Unternehmen ausgeübt werden, die bestrebt sind, diesen Kriterien stärker zu entsprechen“, betonte Schlagnitweit. Das gelinge im ökologischen Bereich am besten. Entscheidend für den Erfolg ethischer Anlageformen seien jedoch mehr Öffentlichkeit wie auch eine stärkere Unterstützung durch Institutionen wie Kirchen und Gewerkschaften, so Schlagnitweit.


Die KSÖ ist in der Informationsarbeit für die verschiedenen Ansätze der ethischen Geldanlage sehr aktiv und auch bereit, Institutionen bei der Umstellung der Geldanlagen zu beraten.
Katholische Sozialakademie Österreichs
Geld und Ethik


Foto:Dr. Markus Schlagnitweit (2. v. l.) in der Runde des „Sozialstammtisches“.