Fasten verändert

Seit 1963 unterstützt die Fastenaktion der Diözese St. Pölten Projekte in aller Welt. Was damals mit 3 Projekten begonnen hat, ist mittlerweile zu einer richtigen „Institution“ geworden. In der Fastenaktion sind Projekte aller diözesanen Organisationen in einer einzigen Aktion zusammengefasst. Heuer werden für insgesamt 36 Hilfsprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Österreich gemeinsam Spenden gesammelt.
Unter dem Motto „Fasten verändert“ soll das Fastensackerl, das dieser Tage in den Pfarren ausgetragen wird oder in der Kirche aufliegt, uns daran erinnern, in den Wochen vor Ostern unseren Lebensstil zu reduzieren und uns zu gelebter Solidarität mit Notleidenden führen. „Meine diesjährige Projektreise nach Tanzania und Kenia zeigte mir, dass die Fastenaktion mit relativ bescheidenen Mitteln sehr große, positive Veränderungen im Leben der Menschen bewirkt“, betont die Geschäftsführerin der Fastenaktion der Diözese St. Pölten, Mag. Michaela Ehrenhauser. „Wir sind zwar eine relativ kleine Organisation, aber wir können auf vorhandene Strukturen vor Ort zurückgreifen. Daher kommen alle Spenden direkt bei den Bedürftigen an.“


Projekte werden nicht einfach durch eine Geldüberweisung unterstützt. Projektarbeit ist eine Begleitung dessen, was Partner und Zielgruppen vor Ort umsetzen. So reiste Michaela Ehrenhauser im vergangenen Jahr nach Tanzania und Kenia, um sich vom sinnvollen Einsatz der Spenden und den Projektfortschritten zu überzeugen. „Seit Jahren ist die Fastenaktion ein wichtiger finanzieller Partner von verschiedenen Projekten in diesen Ländern, die so auf mehrere Jahre abgesichert sind“, erklärt Ehrenhauser. „Jedes unserer Projekte dort ist auf seine Art ganz besonders wichtig für die Menschen und hilft Vorort gegen Armut und ungerechte Strukturen anzukämpfen.“


Küng: Solidarität durch Wirtschaftskrise noch wichtiger


Neben dem Fastenopfer ist ein Überdenken unseres Lebensstils gerade in der Fastenzeit wichtig. „Durch die Weltwirtschaftskrise ist Ihre Hilfe noch wichtiger und dringender geworden“, betont Bischof Klaus Küng wirft in seinem Begleitwort zur Fastenaktion 2009: „In einer immer stärker globalisierten Welt beobachten wir gleichzeitig ein Zerfallen der Welt in Arme und Reiche, Kranke und Gesunde.“ Der missionarische Auftrag bestehe im solidarischen Engagement zugunsten armer, ausgegrenzter und benachteiligter Menschen, so der Bischof.


Auch Mag. Ehrenhauser macht darauf aufmerksam, dass „unser Lebensstil und unser Konsumverhalten sehr viel mit Armut, fehlender Entwicklung und instabilen politischen Systemen zu tun hat“. Finanzkrisen und explodierende Kosten in vielen Bereichen des täglichen Lebens seien keine „Naturkatastrophen“, sondern auf mangelnde Ethik und Verantwortung in Wirtschaft und Politik zurückzuführen. Fasten – das heißt der bewusste Verzicht auf alltägliche Konsumgüter, Billig- oder Massenprodukte – könne auch den Blick für ungerechte Lebens- und Arbeitssituationen schärfen und persönliches Engagement, solidarisches Verhalten und fairen Konsum langfristig stärken, so Ehrenhauser.


Jede Woche ein anderer Kontinent


Mit den Spenden der Fastenaktion werden heuer insgesamt 36 Projekte auf 4 Kontinenten in der Gesamthöhe von 563.835 Euro unterstützt, davon 8 in Afrika, 15 in Asien, 7 in Lateinamerika und 6 in der Diözese St. Pölten selbst. In den kommenden Wochen werden auf der Diözesanseite einzelne Projekte aus jedem Kontinent exemplarisch vorgestellt.


Raiffeisenbank Region St. Pölten, BLZ 32585, Konto-Nr. 1.200.666 lautend auf „Fastenaktion“


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