Familienverband ist Plattform für wichtige Anliegen

„Es ist eine wichtige Aufgabe des Katholischen Familienverbandes, Paaren, die anders als der Großteil der Bevölkerung denken, eine Stimme zu verleihen“, betonte Bischof Klaus Küng vor der Jahreshauptversammlung des Katholischen Familienverbandes Österreichs Anfang Oktober in St. Pölten. Er rief die Anwesenden auf, junge Familien zu einer größeren Kinderzahl zu ermutigen und ihnen Anerkennung entgegenzubringen. In seiner Predigt in der Kapelle des Lilienhofes in St. Pölten-Stattersdorf regte Bischof Küng, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für Fragen der Familien zuständige ist, an, die Eltern zur Erziehung zu ermutigen. Viele Lehrer klagen bereits, dass Kinder von Zuhause oft keine Erziehung mehr mitbrächten, sagte er.
Der Familienverband sei eine wichtige Plattform für wichtige Anliegen, wies der Bischof hin. Vor allem für jene, denen nicht genug Gehör geschenkt werde. Nicht jede Familie wolle etwa eine Ganztagsschule oder eine brutale Sexualaufklärung, die wertfrei aufgenötigt werde oder Freizeitveranstaltungen, die die physische und psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen gefährde wie etwa das Koma-Trinken.
An manchen Schulen brauche es Mut, die Elternrechte wahrzunehmen und Allianzen zu bilden, positive Veränderungen in der Gesellschaftspolitik einzuleiten und durchzusetzen, betonte der Familienbischof.
Er appellierte an die Mitglieder des Verbandes, viele junge Leute zu motivieren und zu sammeln, „um einer geistarmen Konsummentalität den Kampf anzusagen“. Der Bischof ermutigte die Anwesenden, sich entschlossen für die Freiheit; die wahre Liebe und die Würde des Menschen einzusetzen, damit „die Gesellschaft auch morgen eine Gesellschaft mit Hoffnung ist“.


Freude an Kindern vermitteln


Nicht als Risikomodell, sondern als „lebbares Erfolgsmodell“. bezeichnete der Präsident des Familienverbandes, Dr. Clemens Steindl die Familien. Am Rande der Jahreshauptversammlung, an der Vertreter aus allen Diözesen anwesend waren, erklärte er, dass es Ziel des Verbandes sei, „Freude mit der Familie und Freude an Kindern zu vermitteln“. Familienpolitik sei ganz zentral Gesellschaftspolitik, unterstrich er.
In den kommenden Monaten will der Österreich-Verband vor allem das Thema „Eltern unter Druck“ unter die Lupe nehmen. Eltern stünden heute unter vielfältigem Druck, sei es um eine gelingende Erziehung, in sozialpolitischer Hinsicht oder auch aufgrund ökonomischer Probleme. „Wir wollen deutlich machen, unter welchen Bedingungen Eltern heute leben müssen und werden sie unterstützen“, unterstrich Steindl.


Die Predigt im Wortlaut