„Es gibt einen großen Bedarf an Gesprächen“

Drei Stunden waren Bischof Klaus Küng, Landesrat Johann Heuras und Streetworkerin Caroline Probst von „Jugend und Lebenswelt“ am Vorabend von Weihnachten unter der Nummer der Telefonseelsorge 142 erreichbar. „Viele haben einfach niemanden, mit dem sie reden können“, sagte Bischof Küng, der 15 teilweise lange Gespräche führte: „Es gibt einen großen Bedarf an Gesprächen.“
Die meisten Probleme der Anruferinnen und Anrufer seien Beziehungsfragen, berichtete Bischof Küng nach seinem dreistündigen „Dienst“ am Telefon, gefolgt von der Sorge um die eigenen Kinder. „Die größten Erziehungsprobleme gibt es bei Kindern von geschiedenen Eltern“, analysierte Küng. Bei den Anrufen sei es um wirkliche Notsituationen gegangen, so Küng, wobei „einige sehr gute Gespräche“ dabei waren.


„Ich glaube, in einigen Fällen konnten wir wirklich helfen“, freute sich Landesrat Heuras. „Viele Anrufer waren erstaunt, als wir ihnen konkrete Hilfe angeboten haben.“ Am meisten bewegt zeigte sich Heuras vom Fall einer Mutter, die am Vortag von ihrem Mann verlassen wurde und zu Weihnachten mit ihren drei Kindern ohne Geld dasteht.


Streetworkerin Probst war auf der „Kids-Line“ (142-14)vor allem mit Problemen 12- bis 17-Jähriger in den Bereichen Sexualität, Eltern und Schule konfrontiert. Laut aktueller Jugendstudie erklärten 20% der Befragten, dass „sie niemanden haben, der sich um sie kümmert“, erklärte Heuras.


Telefonseelsorge