Erzbischof Louis Sako aus dem Irak kommt nach St. Pölten

Erzbischof DDr. Louis Sako aus Kirkuk im Irak wird am Montag, den 23. März im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten über die Lage der Christen im Irak sprechen.
Am Freitag, dem 27. März wird Erzbischof Sako um 16.30 Uhr am Schweigemarsch der Menschenrechtsorganisation CSI (Christliche Solidarität International) in Wien und anschließend am ökumenischen Gottesdienst für verfolgte Christen im Stephansdom teilnehmen. Die ökumenische Menschenrechtsorganisation CSI ruft jedes Jahr in der Fastenzeit zu einem Schweigemarsch für verfolgte und diskriminierte Christen auf. Schwerpunktland ist diesmal der Irak. Als „Ehrengast“ wird der Chaldäisch-Katholische Erzbischof Louis Sako an diesem Schweigemarsch durch die Kärntnerstraße mit Vertretern verschiedener christlicher Konfessionen teilnehmen. Dieser Marsch ist ein deutliches Zeichen der Solidarität, bei dem der Leidensweg von Millionen Christen weltweit aufgezeigt wird.


Gezielte Anschläge auf Christen, Entführungen von Geistlichen und Morde, wie jüngst an den chaldäisch-katholischen Erzbischof von Mosul, Paulos Faraj Rahho, sind an der Tagesordnung. Christen geraten zwischen die Fronten von Sunniten und Schiiten, hunderttausende werden vertrieben. Auch sechs Jahre nach dem Beginn des Krieges ist die Lage für Christen im Irak mehr als prekär. Die Christen befürchten mit Recht eine „religiöse Säuberung“. Mehr als die Hälfte sind seit Beginn des Krieges aus dem von Gewalt und Anarchie erschüttertem Land geflohen. Allein zwischen Ende September und Ende Oktober vergangenen Jahres sind 15.000 Christen aus Mosul geflohen oder vertrieben worden.
Erzbischof Sako fordert ein Rückkehrprogramm für irakische Flüchtlinge. Man könne ihnen helfen, dorthin zurückzukehren, wo mehr Sicherheit herrscht, meint er. Mittels kleinerer Projekte sollen auch Jobs geschaffen werden.


Die Chaldäisch-Katholische Kirche ist Mitte des 16. Jahrhunderts durch den Übertritt eines Teils der sogenannten Nestorianer zum Katholizismus entstanden. Das Patriarch Mosul wurde 1830 neu eingerichtet und bestand bis 1950, als es nach Bagdad verlegt wurde. 2003 wurde Emmanuel III. Delly zum Patriarchen von Bagdad gewählt.


Erzbischof DDr. Louis Sako wurde 1948 in Mosul im Irak geboren, studierte in Rom und Paris, erwarb das Doktorat in Patristik und in Geschichte des frühen Christentums. 1974 zum Priester geweiht, arbeitete er als Pfarrer in Mosul und initiierte einige Sozialprojekte.
Sako, der zwölf Sprachen beherrscht, wird dann Rektor des Chaldäischen Priesterseminars in Bagdad und Professor für Patristik und Islamwissenschaft an der theologischen Fakultät Bagdad. Zusammen mit Muslimen setzt er sich für Frieden und Dialog und gegen Gewalt ein. Im Oktober wird er zum Erzbischof der nordirakischen Stadt Kirkuk gewählt; die päpstliche Bestätigung und Bischofsweihe erfolgten im November 2003.


Vorträge von Erzbischof Sako:
Montag, 23. März, 19.30 Uhr Bildungshaus St. Hippolyt, St. Pölten
Dienstag, 24. März, 19.30 Uhr, im Sparkassensaal in der Kath.-Theol. Privatuniversität Linz
Donnerstag, 26. März, 19.30 Uhr im Barocksaal des Priesterseminars Graz
Freitag, 27. März, 18.30 Uhr im Stefanisaal des Curhauses, Stephansplatz, Wien
Samstag, dem 28. März, 19.30 Uhrim Kurhaus Marienkron in Mönchhof, Burgenland


Zum CSI-Schweigemarsch am Freitag, 27. März
16.15 Uhr: Treffpunkt am Herbert-von-Karajan-Platz neben der Staatsoper 16.30 Uhr: Schweigemarsch durch die Kärntnerstaße zum Stephansdom 17.00 Uhr: Ökumenischer Wortgottesdienst im Stephansdom