Erneuerung braucht die Anstrengung aller

In seinem zweiten Hirtenwort zur Seelsorge ruft Diözesanbischof Klaus Küng alle Priester, Diakone, Pastoralassistenten, Religionslehrer und Gläubigen auf, den Erneuerungsprozess in der Diözese weiterhin aktiv mitzutragen. Um eine echte Glaubenserneuerung zu erreichen, sei die Anstrengung aller notwendig, schreibt der Bischof in seinem Hirtenwort, das mit 25. Jänner, dem Fest Bekehrung des Apostels Paulus datiert ist und nun veröffentlicht wurde. Der Bischof schreibt in seinem Hirtenwort unter anderem: „Ich bitte Euch alle, durch konstruktive Kompromissbereitschaft zu ermöglichen, dass der Priester ohne Zeitdruck, mit der erforderlichen Ruhe und Sammlung Gottesdienst feiern kann. Sucht daher nach gangbaren Lösungen, die für das geistliche Leben aller förderlich sind.“
Bischof Küng weist hin, dass Wortgottesfeiern etwas Wertvolles und Wichtiges seien, aber keinen vollen Ersatz für eine Eucharistiefeier darstellen. Sie sollten daher nur dann gefeiert werden, wenn besondere Situationen vorliegen und kein Priester zur Verfügung steht.


In allen Pfarrkirchen und Filialkirchen soll sich reges geistliches Leben entwickeln schreibt der Bischof. „Schön wäre es, wenn in allen Kirchen möglichst täglich je nach Jahreszeit und Festkreis ein liturgischer Akt stattfände“, schreibt er, etwa Kreuzwege, Maiandachten oder Rosenkranzgebete. Ein großes Anliegen sei ihm auch, so der Bischof, dass mit der Pflege der vielfältigen Ausdrucksformen des Betens der hohe Wert der Eucharistie wieder neu entdeckt werde. Auch sollten Gläubige Fahrgemeinschaften bilden, damit möglichst alle die Sonntagsmesse besuchen können.


Das Leben auf Christus hin ausrichten


Um beim Messbesuch eine positive Trendwende zu erreichen, sollen alle Gläubigen bemüht sein, ihr Leben auf Christus hin auszurichten und „die Arbeit, die Freuden und Leiden, die Hoffnungen und Sorgen auf den Altar legen“. Das schenke Halt und Mut, das kläre den Blick und verändere nach und nach das Leben, betont der Bischof im Hirtenwort. Ein großer Schatz ist das Gebet, unterstreicht er. In den Wohnungen, Häusern, Familien, Kirchen und Kapellen soll dieses daher gepflegt werden. Beten zu lehren sei nicht nur eine Aufgabe des Priesters, weist er hin und ermutigt alle, Wege des Gebetes zu suchen.


Auch in den Familien soll es Gewohnheit werden, die liturgischen Texte – insbesondere die Lesungen und das Evangelium des Sonntags und der Feiertage – vorher gemeinsam durchzulesen. Dies gelte vor allem für die Eltern mit den Kindern, aber auch mit den erwachsenen Söhnen und Töchtern und für kleinere oder größere Gruppen aus der Gemeinde. „Das öffnet das Herz für den Sonntag und für die Feste des Kirchenjahres, das lässt die Frohbotschaft in die Herzen eindringen und konkret werden“, schreibt der Bischof wörtlich.


Eine wertvolle Gewohnheit sei es, die Kirchen regelmäßig aufzusuchen und Jesus im Tabernakel anzubeten. Solche Begegnungen machen bewusst, „dass Er unter uns ist, in jedem Dorf, in der Nähe eines jeden, ja in jedem selbst“, weist Bischof Klaus Küng eindringlich hin.
„Ich bitte Euch, diese Hinweise wohlwollend aufzunehmen und in Euren Herzen zu erwägen“, schreibt der Bischof abschließend in seinem Hirtenbrief.


Das Hirtenwort im Volltext