Einlassen und wahrnehmen

Einlassen und wahrnehmen – unter diesem Thema hat das Katholische Bildungswerk der Diözese einen Ausbildungslehrgang für Meditationsbegleitung durchgeführt. 13 Frauen und Männer aus den Diözesen St. Pölten und Linz haben nach eineinhalb Jahren diesen Ausbildungslehrgang mit Sr. Huberta Rohrmoser abgeschlossen. Im Rahmen einer Feier im Mary-Ward-Haus-Lilienhof in Stattersdorf in St. Pölten erhielten sie nun ihre Zertifikate. In ihrer eineinhalbjährigen Ausbildung haben 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gelernt, Meditationsgruppen zu begleiten und zu führen. Dabei steht die Kontemplation nach der Methode von P. Franz Jalics SJ im Mittelpunkt, wie die Leiterin der Ausbildung, Sr. Huberta Rohrmoser von den Marienschwestern vom Karmel erklärte.


Franz Jalics, 1927 in Budapest geboren, ist Mitglied des Jesuitenordens, war viele Jahre als Dozent für Dogmatik und Fundamentaltheologie in Argentinien tätig. Als er in einem Armenviertel sozial tätig war, wurde er 1976 von einer Todesschwadron verschleppt und monatelang gefangen gehalten. In dieser Zeit lernte er besonders intensiv beten und ein inneres Leben führen, um so die Strapazen zu überstehen. 1978 kehrte P. Jalics nach Deutschland zurück und lehrt in Kursen und Seminaren, wie man ein kontemplatives Leben auch im Alltag führen kann.


Für Schwester Huberta ist Pater Jalics eine Person, die aus eigener Erfahrung heraus das einfache Jesusgebet gepflegt und für kontemplative Exerzitien weiter entwickelt hat. Es sei ein Weg, der auch im Alltag gelebt werden kann, bestätigt sie.


Bei dieser Form der Exerzitien gehe es darum, den Namen Jesus auf kontemplative Weise zu beten, damit in die Gegenwart Gottes einzutreten und Jesus zu begegnen. Es gehe dabei weniger um eine Technik, wie bei vielen anderen Meditationswegen. Dennoch koste es Mühe, dieses „hellwache Gegenwärtig-Sein“ einzuüben. Es bedürfe „der Wahrnehmung des Körpers, der Sinne, des Hineinspürens in die Mitte der Hände“ und das Vernehmen des Klangwortes „Jesus“. Die Sehnsucht vieler Menschen nach derartigen Kursen sei groß, meint Sr. Huberta. Auch eine Teilnehmerin, Mag. Monika Steidl aus Munderfing in Oberösterreich kann dies bestätigen. Sie hat an diesem Kurs teilgenommen und begleitet selbst bereits zwei Meditationsgruppen in ihrer Heimatpfarre. „Viele Menschen wollen heute wieder diese Art des Betens kennen lernen“, weiß sie aus Erfahrung.


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