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Ein Fest der Katholischen Soziallehre

Ein „Fest der Katholischen Soziallehre“ sei jedes Mal die Überreichung des Papst-Leo Preises, sagte der Vorsitzende der Papst Leo-Stiftung in Horn, Altabt Prälat Bernhard Naber bei der diesjährigen Überreichung am 15. Mai im Vereinshaus Horn. Bereits zum 14. Mal wurde der Preis der Papst-Leo-Stiftung für Verdienste um die Katholische Soziallehre vergeben. Mit den drei neuen Preisträgern wurden bisher 25 Personen damit ausgezeichnet. Die diesjährigen Preisträger sind der tschechische Sozialwissenschafter Dr. Bedrich Vymetalik, der Linzer Altbischof Maximilian Aichern und das Grazer Caritas-Sozialprojekt Megaphon. Sie haben dafür gesorgt, dass die Katholische Soziallehre „nicht in den Büchern bleibt, sondern ins Leben und in den Alltag tritt“, wie Bernhard Naber erklärte.


Dr. Bedrich Vymetalík hat sich bereits während des kommunistischen Regimes mit hohem Risiko im Untergrund mit christlich-sozialem Gedankengut auseinandergesetzt und nach erlangter Freiheit die christliche Gewerkschaft „Arbeit und Freiheit“ sowie die katholische Laienbewegung „Christ und Arbeit“ (KAP) gegründet. Er gilt als einer der profiliertesten Vertreter der Katholischen Soziallehre in Tschechien und ist Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften im Vatikan, sagte der Administrator der Stiftung, Roman Fröhlich in der Laudatio.


Bischof Dr. h. c. Maximilian Aichern setzte sich unermüdlich für soziale Anliegen ein. Aufgrund seiner Initiative wurde 1990 der Sozialhirtenbrief der österreichischen Bischöfe und 2003 das Ökumenische Sozialwort der 14 christlichen Kirchen in Österreich veröffentlicht. Darüber hinaus knüpfte er auch zahlreiche Kontakte zu ÖGB und Arbeiterkammer wie zu Unternehmervertretungen, sicherte den Fortbestand der Katholischen Sozialakademie und des Betriebsseminars in Linz und förderte in seiner Diözese, aber auch in ganz Österreich unterschiedliche Sozialprojekte. Den mit 1.700.- Euro dotierten Preis werde er, Aichern, der Katholischen Sozialakademie weitergeben. In seiner Laudatio ging der Abt des Stiftes Altenburg, Christian Haidinger, mit sehr persönlichen Worten auf seine Begegnungen mit Bischof Maximilian ein.


Megaphon ist ein Sozialprojekt der Caritas der Diözese Graz-Seckau. Unter Führung von Mag. Gerhild Wrann wird versucht, Ressourcen, Eigenständigkeit und Solidarität von gesellschaftlichen Randgruppen durch Weiterbildungsangebote, Arbeit und kreative Aktivitäten zu stärken. Unter anderem wird ein Straßenmagazin herausgegeben und ein interkulturelles Café betrieben. Erwin Burghofer, Kurator der Stiftung, skizzierte in seiner Laudatio die vielen Facetten eines "Megaphons" und brachte diese mit den Preisträgern in Verbindung.


Bischof DDr. Klaus Küng betonte bei der Überreichung der Preise, dass der Geist Gottes zu jeder Zeit Initiativen zum Guten bewirke. Würde das alles gesehen, was aus dem Glauben heraus weltweit zum Wohle der Menschheit geschehe, würde das Bild der Kirche heute anders sein, wies er hin. Nur wo Menschen solidarisch seien, gebe es auch Hoffnung und eine Perspektive auf die Zukunft, sagte er.
Die Preisträger bedankten sich für diese hohe Anerkennung, die diesmal besonders auch den grenzübergreifenden Charakter der Katholischen Soziallehre hervorhob.
Unter den besonderen Festgästen auch Michal Cerny von der tschechischen Botschaft in Wien und Caritas-Präsident Franz Küberl.