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"Ehrenamt neu" für Pfarrgemeinden

Für eine neue Art des Ehrenamtes hat sich der Direktor der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten, Dr. Sepp Winklmayr, am 14. Februar beim Dözesanen Männertag der Kath. Männerbewegung im Bildungshaus St. Hippolyt ausgesprochen. Das kirchliche Ehrenamt dürfe sich nicht nur als „freiwillige, unbezahlte Leistung für eine Organisation“ definieren, sondern müsse seinen grundlegenden Bezug in Gott haben. Winklmayr warnte vor einem zu kurz verstandenen Ehrenamt, wenn es etwa nur der Zielerfüllung einer Organisation diene, der Aufrechterhaltung eines „Gemeindebetriebes“ oder nur der Entlastung einer Person. Das „klassische Ehrenamt“ war ein „positiver Aufbruch in der Gesellschaft“, da sich Menschen ihrer Verantwortung bewusst geworden sind. Auch Christen haben seit damals in Katholischen Vereinen ihre Verantwortung wahrgenommen, wies Winklmayr hin. Diese Art des Ehrenamtes müsse heute jedoch weiterentwickelt werden.


Das „neue Ehrenamt“ aus christlicher Sicht müsse Gott als letzten Bezugspunkt haben, führte Winklmayr aus. Denn „ohne die Liebe ist alles nichts“, zitierte Winklmayr einen Satz des vormaligen Limburger Bischofs Franz Kamphaus zum Ehrenamt.
Dienen dürfe nach biblischem Befund nicht „von oben herab“ erfolgen, sondern müsse den Menschen mit seinen Begabungen, Fähigkeiten und Charismen in den Mittelpunkt stellen, stellte der Direktor der Pastoralen Dienste klar.
Wer ehrenamtlich tätig sei, bringe seine Charismen und Fähigkeiten zum Einsatz, führte er aus. Er sei durch die Taufe berufen und in der Firmung bestärkt, seine Aufgabe zu leisten. Ein Ehrenamt müsse auch die Freiheit haben, nur eine bestimmte Zeit ausgeübt zu werden. Der im Ehrenamt Tätige soll von Hauptamtlichen begleitet werden und in der Gemeinschaft beheimatet sein und brauche Weiterbildung. Darüber hinaus soll das Ehrenamt keine Belastung darstellen, sondern Freude bereiten; auch müssten die Aufgaben klar umrissen sein, erläutert der Direktor der Pastoralen Dienste.


Konkret für die heutige Zeit, in der Pfarrverbände entstehen und nicht wenige Pfarren keinen Priester mehr vor Ort haben, nannte Winklmayr zehn solcher ehrenamtlicher Aufgaben, die zunehmend wichtiger werden und für die Zukunft eine Herausforderung darstellen, wie er sagte.
Ein wichtiges Amt sei etwa der „Pfarrkoordiantor“ oder „Pfarrbeauftragte“. Dieser soll als ehrenamtliche Ansprech- und Vermittlungsperson dort wirkt, wo kein eigener Pfarrer mehr am Ort ist. Er soll als Vertrauensperson der Bevölkerung an der Leitungsaufgabe des Pfarrers mitwirken. Für diese Person des „Pfarrbeauftragten“ gebe bereits seit vielen Jahren eine Rahmenordnung mit genauer Beschreibung der Aufgabenbereiche und des Bestellungsvorganges, erinnerte Winklmayr.
In ähnlicher Weise könne es auch einen ehranamtlichen „Feier-Leiter“ für Wortgottesfeiern, einen „Pfarrverwalter“, einen „Pfarrkommunikator“ für die Öffentlichkeitsarbeit, einen „Pfarrfestorganisator“, einen „Caritas-Verantwortlichen“, einen "Pfarr-Bau- und Hausmeister“ geben wie auch einen „Pfarrökonom“, einen „Bildungswerkleiter“ oder auch einen "Ministrantenbegleiter“.
Viele dieser Aufgaben gebe es bereits, sagte Winklmayr, sie müssten nur weiterentwickelt werden und eine genaue Definition sowie offizielle Beauftragung erhalten.