"Ehe ist etwas anderes als eingetragene Partnerschaft"

Vor einer de facto-Gleichstellung der Rechtsinstituts der Ehe und der eingetragenen Partnerschaft homosexueller Paare hat "Familien-Bischof" Klaus Küng gewarnt. Es sei anzunehmen, dass der neue Gesetzesentwurf des Justizministeriums versuche, "das bestehende Eherecht mit gewissen Anpassungen auf das neue Rechtsinstitut einer eingetragenen Partnerschaft homosexueller Paare zu übertragen", so Bischof Küng in einer Presseaussendung am Dienstag.
Der "Familien-Bischof" äußerte grundsätzliche Kritik am Gesetzesvorhaben: "Prinzipiell halte ich eine eingetragene Partnerschaft homosexueller Paare weiterhin weder für angebracht noch für notwendig. Die bestehenden zivilrechtlichen Bestimmungen gewähren auch gleichgeschlechtlich orientierten Personen die nötigen Sicherheiten".
Die "Anpassung" des bestehenden Eherechts auf das neue Rechtsinstitut einer eingetragenen Partnerschaft sei jedoch ein "Fehler", so Küng weiter, da der Familie auf der Grundlage der Ehe zwischen Mann und Frau bestimmte Rechte gebühren, die in ihrem Beitrag für die Gesellschaft wurzeln, etwa in der Sorge um Nachwuchs. Bei solchen Rechten handle es sich ausdrücklich "nicht um Privilegien", betonte der Bischof. Eine Übertragung dieser Rechte auf gleichgeschlechtliche Paare sei "ein falscher Weg, der zur Desorientierung beiträgt".


Zu begrüßen sei hingegen, dass der neue Entwurf offenbar keine Zeremonie für eingetragene Partnerschaften am Standesamt vorsieht. Es bleibe jedoch abzuwarten, "ob diese Regelung nicht in der Praxis umgangen werden wird". Zu begrüßen sei außerdem, dass der Entwurf homosexuellen Paaren kein Adoptionsrecht einräumt. Ein solches Recht wäre laut Küng "ein Verstoß der Gesellschaft gegenüber dem Kindeswohl, da Kinder für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung Vater und Mutter benötigen".


Stellungnahme im Wortlaut