„Die Tafel aufheben“

Essgewohnheiten und Ernährung im Mittelalter sind die Themen des Blickpunktes im Diözesanmuseum St. Pölten am Dienstag, den 13. Oktober, um 12 Uhr und um 18.30 Uhr. Unter dem Titel „Die Tafel aufheben“ stellt die Historikerin Kathrin Hahn im Rahmen einer Kurzführung einige ausgewählte Exponate der Sonderausstellung „Sant Ypoelten – Stift und Stadt im Mittelalter“ vor. Während sich im Frühmittelalter die Essgewohnheiten von Adel und Bauern wenig unterschieden, begann sich im 9. und 10. Jahrhundert die Vorstellung von einem Zusammenhang zwischen der Ernährungsweise und der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe zu verfestigen. Parallel dazu entwickelte sich die Dreiständeordnung, bei der die Bevölkerung in drei Gruppen eingeteilt wurde: Adel (bellatores), Klerus (oratores) und Bauern (laboratores).


„Qualität und Quantität der Nahrung brachten die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stand zum Ausdruck“, erklärt dazu Kathrin Hahn, die ihre Diplomarbeit über Ernährungsgewohnheiten und wirtschaftliche Produktion im mittelalterlichen Kloster verfasst hat. „So resultierte daraus die Vorstellung, dass jedem Stand von Natur aus eine bestimmte Ernährungsweise vorgegeben war.“