Die Hochschule feiert ihren Patron

Mit einem Festgottesdienst und anschließender Festakademie in der ula der Hochschule feierte die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Pölten am 28. Jänner ihren Patron, den heiligen Thomas von Aquin. Der Augustinerchorherr H. Petrus Stockinger von Herzogenburg stellte im Rahmen der Festakademie seine Diplomarbeit über „Das kirchliche Museum als Ort der Verkündigung“ vor. „Der heilige Thomas zeigt uns einen Weg, der uns mit Hoffnung und Zuversicht erfüllt“, sagte Bischof DDr. Klaus Küng beim Festgottesdienst in der Kapelle des Priesterseminars. Thomas habe wie kaum ein anderer in der Geschichte der Kirche die Grundlagen des kirchlichen Lebens erfasst. Nicht die Zahl der Gläubigen sei wichtig, sondern der Glaube an den dreifaltigen Gott.
In der Verkündigung komme es auf jeden Einzelnen an, verwies der Bischof in seinen Ausführungen. Jeder einzelne könne Anlass für die Umkehr vieler sein, sagte er mit Verweis auf die Bibelstelle vom Sämann und dem Samenkorn. Bei vielen Menschen erwache heute eine Sehnsucht, die nichts in der Welt stillen könne. Es soll daher das Verlangen aller sein, sich von Gott ergreifen zu lassen und mit ihm in Berührung zu kommen.


In seiner Diplomarbeit zeige H. Petrus Stockinger aus der Sicht der Museums- und Religionspädagogik einen Überblick über die heutige Museumsdidaktik auf, wies der Rektor der Hochschule, Dr. Josef Kreiml hin.
Ein Museum habe nicht nur die Aufgabe einer Schausammlung, sondern kulturelle Objekte zu suchen und sammeln, zu erhalten und bewahren, zu ordnen und erforschen und sie zu präsentieren und ihre Botschaft den Menschen zu vermitteln.
Ein kirchliches Museum unterscheide sich aber wesentlich von einem normalen Museum, erklärte Stockinger. So dürften Museum und sakraler Raum nicht getrennt werden; beide Möglichkeiten der Aufbewahrung müssten Hand in hand gehen. Auch dürften die Objekte in einem kirchlichen Museum keinem Bedeutungswandel unterliegen; die religiöse Bedeutung dürfte nie verloren gehen.
Es sei wichtig, so der neugebackene Magister, dass die Botschaft des religiösen Kunstwerkes auch in einem Museum erhalten bleibe. Diese Art Museum bilde gleichsam einen Gegenpol zur Gleichzeitigkeit der sakralen Räume, unterstrich Stockinger und wies als gelungenes Beispiel auf die ständige Ausstellung im Stift Melk hin. Auch für den Massentourismus mit 450.000 Besucher jährlich sei es möglich, dass der eigentliche Sinn der Objekte erhalten bleibe und durch die Art der Präsentation für die Besucher verständlich sei.