Der Sehnsucht nach Einheit nachgehen

Bunt wie die Völker der Erde zeigte sich am 25. Jänner der ökumenische Gottesdienst für die Einheit der Christen im NÖ Landhaus in St. Pölten. Nicht nur die Texte des Gottesdienstes stammten aus Korea, auch der koreanische Augustiner-Chorherr Laurentius Seong aus dem Stift Herzogenburg sprach den Fürbittruf in seiner Muttersprache. Vier Glaubensgemeinschaften mit zahlreichen Gläubigen waren diesmal in die Leopoldkapelle gekommen, um an diesem Gottesdienst teilzunehmen. Unter ihnen Weihbischof Anton Leichtfried, Gottfried Auer, Rektor Josef Kreiml und H. Laurentius Seong von der Römisch-Katholischen Kirche, Superintendent Paul Weiland und Pfarrerin Baukje Leitner-Pijl von der Evangelischen Kirche und Superintendent Lothar Pöll von der Methodistischen Kirche. Der Pfarrer der Altkatholischen Kirche, Robert Freihsl, war diesmal leider erkrankt.


„Trennungen sind uns nicht fremd“, erklärte Superintendent Paul Weiland am Beginn des Gottesdienstes und erinnerte an die leidvolle Geschichte in Europa und in vielen Ländern der Erde. Bei aller Trennung gebe es aber auch eine Sehnsucht nach Einheit, sagte er. „In diesem Gottesdienst wollen wir dieser Sehnsucht nachgehen“.
Zwei Männer trugen zwei Stangen mit in die Kapelle. Sie sollten die Trennung der Stämme Israels symbolisieren, wie es der Prophet Ezechiel einst ausgedrückt hatte. Pfarrerin Baukje Leitner ging in der Predigt darauf ein und zitierte den Propheten Ezechiel: „Wir haben uns von den Wurzeln entfernt und leben in einer chaotischen Welt – doch wir wollen uns an die Ideale unserer Vorfahren erinnern und mit Gottes Hilfe einen neuen Anfang wagen“.
Obwohl im sechsten vorchristlichen Jahrhundert geschrieben, seien diese Worte wieder aktuell geworden, erklärte sie. Was bei Menschen unmöglich ist, sei aber bei Gott möglich. Er könne Getrenntes wieder zusammenfügen, sagte Leitner und erinnerte an den Fall der Berliner Mauer. Der Schulterschluss der Menschen, das Lichtermeer und das Gebet hätten damals die Wirklichkeit verändert, wies sie hin. Weihbischof Anton Leichtfried lud zum Glaubensbekenntnis von Nicäa aus dem Jahr 381 ein, das den vertretenen Kirchen bis heute gemeinsam ist. Die zwei Stangen, die beim Einzug als Zeichen der Trennung mitgetragen wurden, wurden beim Friedensgruß von ihren Trägern zusammengebunden und stellten symbolisch ein Kreuz dar, das „Nord und Süd, Ost und West“ wieder vereint. Ein gemeinsamer ökumenischer Segen und anschließende Agape im Foyer des NÖ Landhauses beendete den Gottesdienst.


Den Gottesdienst organisierte der Ökumenische Arbeitskreis NÖ-West mit dem Kath. Akademikerverband der Diözese. Die musikalische Begleitung besorgte der Chor „Klangbogen“ aus Weißenkirchen unter Leitung von Mag. Alfred Nußbaumer, an der Orgel Dr. Angelika Beroun-Linhart.