Das Vermächtnis von Chiara Lubich

Zu einem Gedenken an die vor einem Jahr verstorbene Gründerin der Fokolarebewegung Chiara Lubich rufen die Fokolarebewegung und andere kirchlich aktive Gruppen auf. Am Freitag, dem 20. März wird im Bildungshaus St. Hippolyt eine Gedenkmesse mit anschließender Erfahrungs- und Begegnungsfeier stattfinden. In einem Vorbereitungstreffen wurde bereits der Ablauf geplant. Nach einem Gottesdienst in der Kapelle des Bildungshauses mit Dompfarrer Norbert Burmettler und Pfarrer Franz Schabasser folgt eine Agape mit Wein, Wasser, Saft und Brot. Danach folgen kurze Impulse über das Lebenswerk Chiara Lubichs, persönliche Zeugnisse von Anwesenden und Gruppen Gespräche über Glaube und persönliches Wachsen im Glauben. Ausblicke aus den verschiedenen Bewegungen und Gruppierungen beenden den Abend.


Chiara Lubich wurde am 22. Jänner 1920 in Trient geboren. Ihre Mutter war Christin, ihr Vater Sozialist, ihr Bruder Redakteur bei der kommunistischen Zeitung L’Unità. Während des italienischen Faschismus war er bei den Partisanen. Chiara Lubich, mit Taufnamen Silvia, wurde zunächst Volksschullehrerin und unterrichtete in verschiedenen Trentiner Dörfern. Dann begann sie an der Universität Venedig das Studium der Philosophie, das sie aber wegen des Krieges nicht beenden konnte.
Geprägt durch die Erlebnisse des Krieges und ihr ausgeprägtes christliches und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein gründete sie 1943 die Fokolar-Bewegung.


Der Name „Fokolar“ leitet sich vom italienischen Wort für "Herdfeuer" ab. Zentrales Anliegen der Bewegung ist es, die Bereiche des kirchlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens durch die Nächstenliebe im Geist des Evangeliums zu erneuern. 1947 erfolgte die erste diözesane Approbation der Bewegung seitens des Erzbischofs von Trient, Carlo De Ferrari. Seit 1964 ist die Fokolar-Bewegung vom Vatikan offiziell anerkannt und heute in 182 Ländern verbreitet. Chiara blieb bis zu ihrem Tod deren Präsidentin.
Besondere Verdienste erwarb sich Chiara Lubich um den interreligiösen Dialog. Sie engagierte sich in Gesprächen mit zahlreichen Religionsführen der verschiedensten Konfessionen. Für ihr Werk wurden ihr eine Vielzahl von internationalen Preisen und Ehrendoktoraten verliehen, u. a. der UNESCO-Preis für Friedenserziehung und 1998 der Menschenrechtspreis des Europarates.
Nach ihrem Tod am 14. März 2008 fand die Trauerfeier in der Basilika St. Paul vor den Mauern in Rom statt, an der 30.000 Menschen teilnahmen.